Gesellen zeigen Stil

Kaufbeuren/Marktoberdorf | avu | Sie sind einzigartig, voller Stil und Eleganz, aber leider unverkäuflich: Denn es handelt sich um die Gesellenstücke von neun jungen Schreinern aus der Region, die gerade ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. Sie präsentieren ihre Werke beim Gestaltungswettbewerb «Die gute Form» der Innungen Kaufbeuren und Marktoberdorf im Kaufbeurer Buron-Center. Der Sieger heißt Martin Winkler aus der Schreinerei Demmler in Willofs.

Die fünfköpfige, unabhängige Jury hatte es nicht leicht. Während sich die Besucher des Einkaufszentrums seit Tagen ein Bild von den Möbelstücken machen konnten, blieben den Juroren nur wenige Stunden. Der öffentliche Ausstellungsplatz sei eine hervorragende Plattform für diese Form der Eigenwerbung, meinte der Kaufbeurer Innungs-Lehrlingswart Reinhold Hakala. Er verdeutlichte bei der Siegerehrung noch einmal, worum es ging: Während bei den Ausbildungsprüfungen in erster Linie fachliche Aspekte, wie die Verarbeitung, zählten, gehe es bei der «guten Form» um die Sicht des Kunden, die Ästhetik, die Idee und zeitgemäße Gestaltung, den praktischen Gedanken. Doch gerade das hohe Niveau habe die Bewertung so schwierig gemacht, sagte Jurymitglied Oberbürgermeister Stefan Bosse.

«Alle Teilnehmer haben pfiffige und funktionale Lösungen geboten.»

Am meisten beeindruckte die Jury Martin Winklers Barschrank. Das «detaildurchdachte» Möbelstück besteche durch die Materialauswahl, gute Proportionen, eine schöne Hintergrundbeleuchtung und die «mutige Zinkverbindung». Platz zwei erreichte Franziskus Wörmann, der im Unternehmen Hakala in Oberostendorf lernte, mit einem Entspannungssessel, in dessen Lehne Lautsprecher integriert sind. Die Jury lobte die Idee als solche, die Rundform und eine «schöne Materialzusammenfindung». Den Barschrank von Bastian Herbein, der in der Schreinerei Huber in Stöttwang lernte, hob die Jury auf Rang drei. Das Möbelstück besteche durch gute Funktionalität und die Optik. Werner Kohler von der Raiffeisenbank Kirchweihtal überreichte Geldpreise an die drei Jungschreiner.

«Großes Engagement»

Reinhold Echtler, Obermeister der Kaufbeurer Innung, appellierte, die Qualitätsarbeit des Handwerks zu würdigen. Möbelstücke aus Schreinerwerkstätten seien eben keine Autos, die man alle paar Jahre neu kauft. Dafür stünden auch die Gesellenstücke, so der Marktoberdorfer Obermeister Eduard Mößmer. Bis zu zwei Arbeitswochen seien für jedes Werk investiert worden. «Das große Engagement ist deutlich sichtbar. Reinhold Hakala forderte die Betriebe auf, mehr junge Leute auszubilden. Zudem hätte er sich über mehr Gesellen gefreut, die am Wettbewerb teilnehmen.

Die neun Möbelstücke im Buron-Center sind dort bis kommenden Mittwoch zu sehen. Auch die Besucher dürfen bis dahin ihren eigenen Favoriten wählen und nehmen an einer Verlosung teil. Es winkt ein attraktiver Preis.

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