Buchenberg
Geschichtle rund ums Isny-Bähnle

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Warum grüßt eine Kuh tagtäglich aus dem Bahn-Wartehäuschen? Und warum wird ein Scheunentor als «Futter» für die Dampflok geopfert? Die Antworten finden sich in dem neuen Buch von Erhard Ott «Das Isnyer Bähnle». Der Autor beschreibt die anrührende und faszinierende Chronologie der Bahnlinie Kempten-Isny, die von 1909 bis 1984 existierte. Pläne, Fotos und Zeitungsberichte ergänzen das Buch, das vom Heimatgeschichtlichen Verein Buchenberg vorgestellt wurde.

Zahlreiche Witze, Theaterstücke und Gedichte ranken sich um «Das Isnybähnle». Und wohl kaum ein Wanderer oder Radfahrer, der heute die stillgelegte Bahnlinie zwischen Kempten und Isny benützt, kann sich wohl vorstellen, dass vor rund 150 Jahren die Regierungen in den beiden Königreichen Bayern und Württemberg heftig darüber stritten, ob die Zugverbindung über Leutkirch oder über Weitnau gebaut werden sollte. Weil der «Kostenanschlag» sich auf die horrende Summe von viereinhalb Millionen Gulden hochrechnete, verliefen diese ersten Überlegungen im Sande. Diese Vorgeschichte aus der Bähnlezeit, die ersten Schritte zur Verwirklichung und die Eröffnung der Bahnstrecke im Oktober 1909 - das alles ist auf 263 Seiten nachzulesen.

Bei der zwei Jahre dauernden Bauphase der Gleisstrecke verdienten sich nicht nur zahlreiche Landwirte ein Zubrot verdienen, sondern auch Südtiroler Bauarbeiter mit Pickel und Schaufel die Verwirklichung der Trasse vorantrieben.

«Am Eröffnungstag durften wir Schüler den ersten Zug fähnchenschwingend und singend empfangen und zur Feier des Tages bekam jeder von uns Buben einen Schübling».» So beginnt ein Geschichtle, das vom (inzwischen verstorbenen) Landwirt Georg Berkmann aufgeschrieben wurde. Viele solcher «Bähnlegeschichten», bunt gemischt, lustig oder dramatisch, «jedoch von Zeitgenossen aus der Bähnlezeit alle erlebt, wurden von mir zusammengetragen und niedergeschrieben», erzählt Autor Erhard Ott.

Klar, dass es sich viele Festbesucher nicht entgehen ließen, das druckfrische Werk des Geschichts-Autors an Ort und Stelle zu erwerben, zu dem viele Bürger etwas beisteuerten.

Wie beispielsweise Wilhelm Heuberger: 1949 bis zur letzten Fahrt des Isny-Bähnle im Oktober 1984 war er als Lokführer zwischen Kempten und Isny mit von der Partie und hat sogar einmal das Holztor im Isnyer Bahnhof eingerissen und daraus Brennholz gemacht, «damit meine Lokomotive Dampfkraft genug für die Heimfahrt hatte».

Erhältlich ist das Werk in der Köselschen Buchhandlung und im «Lesezeichen» in Kempten, im WIZ-Wiggensbach, im Touristenbüro Weitnau sowie bei der Tourist-Info und im Heimatmuseum Buchenberg.

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