Schwangau / Ostallgäu
Gesang aus tausend Kehlen

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Auch wenn er mittlerweile ein Senior ist: Gotthilf Fischer hat es die adrette Pfrontener Heukönigin angetan. Die hätte der 82-Jährige am liebsten gleich mit nach Hause genommen - «so ist es in Schwaben Tradition», witzelte der Stardirigent am Sonntag in Pfronten vor 1200 Festzeltbesuchern zum Abschluss des Ostallgäuer Wanderfrühlings.

Zuvor hatte Fischer das Festzelt zum Beben gebracht. Aus tausend Kehlen ertönte unter seiner Leitung erstmals das frisch komponierte Lied «Wandern im Allgäu». Die beste Idee für einen Refrain zum Lied der Band «AllgäuPower» hatten gleich zwei: Nicola Dorn (24) aus Altusried (Oberallgäu) und Franz Stowasser (50) aus Eggenthal bei Kaufbeuren (Ostallgäu). Mit den Texten «Wandern im Allgäu, wo der Himmel lacht - Wandern im Allgäu, weil es glücklich macht» (Dorn) und «Wandern im Allgäu, was kann schöner sein - Wandern im Allgäu, komm ich lad Dich ein» (Stowasser) setzten sie sich gegen mehr als 220 eingesandte Textvorschläge durch. 

Bei so viel Freude am gemeinsamen Gesang war schnell vergessen, dass wegen anhaltender Kälte und Nässe nur etwa 250 Wanderer am Sternmarsch aus sechs Himmelsrichtungen nach Pfronten teilgenommen hatten - die Organisatoren hätten laut Ostallgäuer Landrat Johann Fleschhut bei schönem Wetter mit 2000 Wanderbegeisterten gerechnet. Doch der nahm es gelassen, wenn auch eine geplante Bergtour über Nesselwang ausfallen musste: «Das wäre eine Schneetour geworden», sagte Fleschhut mit einem Augenzwinkern. Dennoch sei die Stimmung bei allen Teilnehmern sehr gut gewesen: «So ein Wetter schweißt eben zusammen.»

Das sahen auch Karl (54) und Martina Engelmann (46) so. Die beiden Augsburger sind schon um 6.30 Uhr ins Auto gestiegen, um beim Allgäuer Wandertag - der Ostallgäuer Wanderfrühling ist ein Teil davon - dabei zu sein. «Unterwegs gab es dann zwar immer wieder Schneeregen, das war aber nicht so schlimm - wir wollten einfach mal abschalten.» Gemeinsam seien sie mit ihrer Gruppe singend durch die Lande gezogen.

«Wir wissen, dass Musik und Wandern einfach zusammengehören», war sich Landrat Fleschhut sicher. Und keiner konnte an diesem Nachmittag besser motivieren, als der 82-jährige Chorleiter Fischer: «Wer keinen Text hat, der laalaat wie immer das Wandern ist des Müllers Lust» - und hob gekonnt den Arm zum Dirigieren.

Nicht nur beim älteren Publikum kam Gotthilf Fischer an: «Der ist echt witzig und bringt ordentlich Stimmung ins Zelt», waren auch Nicola Dorn (24) und Manuela Schuster (26) aus Altusried begeistert.

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