Geröll wird am Jochpass geräumt

Von Peter Schwarz
| Bad Hindelang Ein Jahrzehnt ist nun ins Land gezogen, da sich die Jochpass-Straße auf einem Teilstück zwischen Bad Hindelang und dem Oberjoch neu am Fels entlang voranfraß. Gestein am Steilhang wurde weggesprengt. Die kurvenreiche Strecke wurde im Bereich der sogenannten Kanzel verbreitert und neu geordnet. Zäune und Netze seitlich der B 308 fangen seitdem loses Gestein an der Hangkante auf. Jetzt muss eine erste große «Reinigungsaktion» erfolgen, teilt das Straßenbauamt Kempten mit.

Dass die Arbeiten mit zu erwartenden Verkehrsbehinderungen just in der Hochsaison erfolgen und bereits am Montag, 21. Juli, beginnen sollen, lässt sich nach Angaben der Behörde nicht umgehen. Denn es gilt, aus Sicherheitsgründen einen Felsbrocken, der so kompakt wie ein Kühlschrank ist, aus der Wand zu holen. In der Marktgemeinde Hindelang stößt der Zeitpunkt der Aktion allerdings auf Kritik.

«Das ist ein ganz schönes Kaliber», beschreibt Werner Schmid das tonnenschwere Trumm, der sich oberhalb der Queralpenstraße quergelegt hat. Schmid ist bei der Behörde Abteilungsleiter für das Oberallgäu und Kempten. Erst im Frühjahr habe man die Gefahrenstelle mit dem gelockerten Felsbrocken ausfindig gemacht.

Schmid will keineswegs in Panik machen. «Es ist keine Gefahr im Verzug, aber wir dürfen auch nicht die Hände in den Schoß legen», sagt er. So will man den Klumpen unter Einsatz eines Druckkissens kontrolliert runterpoltern lassen, damit er nicht bei einem Abgang von selbst die Fangzäune durchbricht und womöglich auf der Straße landet. Die Spezialfirma, die schon vor einem Jahrzehnt die Felssicherung vorgenommen hatte, soll bei dieser Gelegenheit als «Putztruppe» auch gleich die Auffangkästen für Geröll neben der B 309 leeren. In den letzten beiden Wintern gab es viele Frostaufbrüche im Hang mit kullerndem Gestein. Im Herbst hätte die Reinigungsaktion ohnehin geschehen müssen. Jetzt erfolgt die Angelegenheit in einem Aufwasch.

Am Montag geht es los

Ohne jegliche Verkehrseinschränkungen auf der Jochpass-Straße wird das nicht abgehen können, bedauert das Straßenbauamt. Die Behörde hat ein Zeitfenster vom 21. Juli bis zum 8. August vorgegeben, innerhalb dessen die Aufräumarbeiten erfolgen sollen. Abteilungsleiter Schmid schätzt, dass etwa 10 Kubikmeter Gestein aus den Auffangbecken geräumt werden müssen, auf einer Länge von 300 Metern. Der Straßenbauer: «Das ist sehr viel Handarbeit».

Den Eingriff in den Verkehr hält das Amt für «nicht so dramatisch». Auch am Brenner müssten solche Arbeiten immer wieder vorgenommen werden, beschwichtigt Schmid. Hingegen zeigte sich Bürgermeister Adalbert Martin in der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats verärgert über den gewählten Zeitpunkt.

Martin: Ausgerechnet in der Hauptreisezeit. Das ist ungünstig.»

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen