Gericht vertagt Verfahren gegen 46-Jährigen, der seine Frau vergewaltigt haben soll

Keine Aussage vor dem Ex-Mann Kaufbeuren (bbm). Weil sich eine Frau nicht in der Lage sah, in Anwesenheit ihres Ex-Mannes auszusagen konnte das Schöffengericht nicht klären, ob deren Ehe von Gewalt geprägt war oder die Vorwürfe der Frau, ihr Mann habe sich wiederholt geschlagen und vergewaltigt, möglicherweise psychische Hintergründe haben. Da das Amtsgericht nicht über die technischen Voraussetzungen für eine Video-Vernehmung verfügt, wurde das Verfahren vertagt. Es soll in Kempten fortgesetzt werden.

Dem 46-jährigen Angeklagten wurde vorgeworfen, seine Frau in den vergangenen Jahren viermal vergewaltigt und dreimal geschlagen zu haben - zumeist unter Alkohol-Einfluss. In einem Fall sollen dabei laut Anklageschrift auch die Söhne des Paares vom Vater verprügelt worden sein. Dass es einen Vorfall gab, bei dem er einem seiner Söhne mit dem Gürtel zweimal aufs Gesäß geschlagen habe, räumte der Angeklagte ein. Dies sei eine Reaktion darauf gewesen, dass er den damals 14-Jährigen beim Rauchen erwischt habe. Alle anderen Vorwürfe bestritt der Angeklagte entschieden und behauptete, es handle sich um Lügen, die wohl aus psychischen Problemen seiner Frau resultierten. Wörtlich sagte er: 'Ich weiß nicht, was in letzter Zeit mit meiner Frau passiert.'

Die Anwältin der Ex-Ehefrau betonte dagegen, dass ihre Mandantin unter massiver Angst vor ihrem Mann leide und sich nicht in der Lage sehe, in dessen Gegenwart auszusagen. Sie beantrage deshalb, den Angeklagten während der Aussage der Zeugin vom Verfahren auszuschließen. Dem wollte der Verteidiger nicht zustimmen. Er verwies darauf, dass es sich im vorliegenden Fall um eine 'typische Aussage-gegen-Aussage-Situation' handle, und meinte: 'Wenn einer der Beteiligten gar nicht anwesend ist, wie soll er sich dann verteidigen.'

Fortsetzung in Kempten

Auch der Vorsitzende des Schöffengerichts hielt einen Ausschluss für 'problematisch'. Er schlug stattdessen eine Video-Vernehmung vor, bei der die Zeugin nur in Gegenwart des Gerichts aussagt. Die übrigen Verfahrensbeteiligten können das Geschehen derweil in einem anderen Sitzungssaal verfolgen. Staatsanwalt und Verteidiger sind zugeschaltet und können Fragen an die Zeugin stellen. Die Verfahrensbeteiligten einigten sich schließlich darauf, den Prozess in Kempten fortzusetzen, wo es auch die entsprechende Technik für eine solche Videovernehmung gibt.

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