Kaufbeuren
Generationswechsel in St. Martin

Als Adolf Nießner vor 15 Jahren zum katholischen Stadtpfarrer von St. Martin ernannt wurde, dachte Thomas Renftle wohl noch nicht im Traum daran, einmal seelsorgerisch tätig zu sein. Förster, Schauspieler - das sollen seine Berufsträume gewesen sein. Der Wunsch, Pfarrer zu werden, reifte langsam. Studium, Priesterweihe folgten. Seit fünf Jahren ist Renftle Seelsorger in der Pfarreiengemeinschaft Huglfing in Oberbayern. Im September wird der 36-Jährige die Nachfolge des 64-jährigen Nießner antreten.

«Ungekünstelte Art»

Renftle befindet sich derzeit im Urlaub und ist für die AZ nicht erreichbar. Der Ruf, der dem gebürtigen Thannhausener vorauseilt, lässt sich mit offen und unkompliziert beschreiben. Das Weilheimer Tagblatt beschreibt in einem Porträt die «ungekünstelte Art», mit der der 1,63 Meter große Geistliche bei den Menschen, nicht nur den Gläubigen seiner Pfarreiengemeinschaft, ankommt. In seiner Gemeinde wird er als «im besten Sinne ziemlich normal» und «immer ansprechbar» charakterisiert. Mountainbike- und Skifahren zählen zu den Hobbys Renftles, der seine Primiz 2001 in Thannhausen feierte.

Das dritte von vier Kindern einer - wie er selbst einmal sagte - «durchschnittlich» gläubigen Familie engagierte sich früh in der Jugendarbeit seiner Heimatgemeinde.

Die gewinnende Art Renftles hatte auch den Kaufbeurer Stadtrat überzeugt, der bei der Besetzung der Stelle des katholischen Stadtpfarrers das Präsentationsrecht (siehe Wortweiser) ausübt. Die Vorstellungsrunde im Rathaus jüngst war streng geheim, weil das letzte Wort eben noch nicht gesprochen war und der Bischof noch zustimmen musste. Es gab nach der Stellenausschreibung des Bistums zwei Bewerber, die aus dem Gebiet der Diözese Augsburg kommen. Über die Kandidaten wurde dem Vernehmen nach unter den katholischen Stadträten intensiv diskutiert. Vorschläge oder Einflussversuche seitens der Diözese soll es nicht gegeben haben.

Eine ganze Reihe von Themen stand im Mittelpunkt der Vorstellungsgespräche. So ging es um die Ökumene, die Vorstellungen von Jugendarbeit und Integrationsarbeit sowie die Sichtweise auf die Heilige Crescentia und Kaufbeuren als Wallfahrtsstätte. Bereiche, die in der Stadt eine große Rolle spielen und mit denen sich der katholische Stadtpfarrer intensiv zu befassen hat. «Trotz seines Alters bringt Thomas Renftle offenbar alles mit, um solch eine Aufgabe auszufüllen», sagt ein Stadtratsmitglied.

Am 25. Juli wird Pfarrer Adolf Nießner verabschiedet; Anfang September übernimmt Renftle.

Ein Generationswechsel wird sich dann nicht nur auf der Kanzel vollzogen haben, sondern auch im Pfarrgemeinderat: Dort zeichnet sich bei den anstehenden Neuwahlen ebenso eine deutliche Verjüngung ab.

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