Bauausschuss
Gemeinschaftsgrabanlage auf Bergfriedhof

83 Gräber werden auf dem Lindenberger Bergfriedhof in einer Gemeinschaftsgrabanlage entstehen. Kunden müssen sich dort nicht mehr um die Grabpflege kümmern. Einen Entwurf des Lindenberger Büros bs für die Gestaltung des Grabfeldes hießen die Räte bei einer Gegenstimme für gut. Eine nötige Änderung der Friedhofssatzung muss der Stadtrat noch beschließen. Dort wird es auch noch um Fragen der künstlerischen Gestaltung gehen.

Vor über einem Jahr hatte sich der Stadtrat grundsätzlich für eine Gemeinschaftsgrabanlage und gegen den Bau einer Urnenwand entschieden. Michael Hüser, Vertreter der Treuhandgesellschaft Bayerischer Friedhofsgärtner (TBF) stellte das Konzept vor. Die TBF kümmert sich im Auftrag der Kunden 20 Jahre - so lange dauert die Ruhezeit in Lindenberg - um die Grabpflege. Sie beauftragt den Gärtner, bezahlt ihn jährlich und kontrolliert auch die Arbeit. Für die Leistung zahlt der Kunde einmal, das Geld wird treuhänderisch verwaltet. Derzeit sollen sich die Kosten für den Kunden zwischen 2150 und 5600 Euro bewegen, wie Hüser schilderte. Nicht enthalten darin sind die Nutzungsgebühr für das Grab, die die Stadt erhebt, und der Grabstein.

Wichtiger Bestandteil des Konzeptes ist die Ruhegemeinschaft. 14 Urnen sollen an zentraler Stelle des Feldes Platz in der Erde finden. Statt individueller Grabsteine wird es eine Stele geben. Dort werden die Namen der Bestatteten zu finden sein. Bei Bedarf lässt sich die Ruhegemeinschaft auch erweitern.

Komplettpaket für Kunden

Die TBF bietet dem Kunden ein Komplettpaket an, zu dem auch Steinmetzarbeiten gehören. Diesbezüglich arbeitet die Treuhand mit Elke Bader aus Opfenbach zusammen, die auf dem Grabfeld als Vorleistung unterschiedliche Grabstelen aufstellen wird, für die Kunden sich entscheiden können. Gewählt werden kann aber auch eine Arbeit eines anderen Steinmetzes.

Für die Gestaltung der Anlage hatte das Büro bs zwei grundsätzlich verschiedene Vorschläge ausgearbeitet, die beide einen stufenweisen Ausbau ermöglichen. Eins füge sich «harmonisch» ein das Friedhofskonzept von Helmut Schöner-Fredigotti , wie es Landschaftsarchitekt Eric Ballerstedt schilderte; das andere war eine stärker in sich geschlossene Anlage. Nach längerer Diskussion entschieden sich die Räte für den Entwurf, der die Gestaltung des Bergfriedhofes stärker aufnimmt. «Macht nicht das Konzept von Schöner-Fredigotto kaputt», hatte unter anderem Kulturreferentin Hanni Windhaber dafür geworben und vor einem «Fremdkörper» auf dem sehr harmonisch gestalteten Friedhof gewarnt.

Erschließen wird das Feld ein gekiester Weg. Rechts und links davon finden sich Gräber. Auf dort installierten Stelen werden die Namen der Bestatteten zu lesen sein. Der Weg führt zur Ruhegemeinschaft. Dort gibt es keine individuellen Grabmale. An einer Stele werden die Namen der Bestatteten genannt werden. Unklar ist, wie die Stele aussehen wird. Steinmetz Hermann Rudolph legte dafür zwei Entwürfe vor, einen eher herkömmlichen, bei der die Namen in die Stele eingraviert werden. Sein zweiter Entwurf sieht eine Stele mit abtrennbaren Quadern vor. Sie werden bei Bestattungen abgetrennt und an der Stelle, wo die Urne im Gemeinschaftsfeld ruht, in der Erde versenkt werden. So ist die Stele quasi lebendig - sie schrumpft, während die Belegung des Grabfeldes wächst.

Entscheiden wird über die Gestaltung der Lindenberger Stadtrat. Helmut Böller brachte für die Arbeit auch heimische Künstler ins Spiel.

 

Auf diesem Teil des Lindenberger Bergfriedhofs soll eine Gemeinschaftsgrabanlage entstehen, die Platz für 83 Ruhestätten bieten wird. Foto: Matthias Becker

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