Allgäu
Gemeinderat in Sorge um Altlasten

Westendorf l oll l Wie bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates bekannt wurde, möchte die Firma Wilhelm Geiger (Oberstdorf) die Kiesgrube östlich von Dösingen mit Gleisschotter verfüllen, der bei der Sanierung der Bahnlinie Buchloe-Kaufbeuren abgeräumt und zwischengelagert wurde. Neben dem angeblich unbedenklichen Material soll auch Kies verfüllt werden, der als Unterlage auf den Lagerflächen entlang der Bahnlinie Verwendung fand. Dafür soll das Unternehmen auch die Genehmigung des Landratsamts erhalten. Dies aber will der Gemeinderat nicht hinnehmen.

Laut Bürgermeister Ernst Negele hat die Gemeinde Westendorf per Bebauungsplan östlich von Dösingen ein Gelände für den Kiesabbau ausgewiesen, das von der Firma Geiger ausgebeutet wird. Die anschließende Verfüllung und Rekultivierung ist Bestandteil eines Vertrags zwischen der Gemeinde und dem Oberstdorfer Unternehmen. Daher hat die Gemeinde den jetzigen Antrag der Geiger GmbH auf Verfüllung umgehend mit dem Hinweis auf den damals genehmigten Rekultivierungsplan abgelehnt. In einem Schreiben des Landratsamts, das Negele verlas, teilte die Kreisbehörde mit, dass die Gemeinde kein Recht dazu habe, die Verfüllung abzulehnen.

Das Wasserwirtschaftsamt Kempten habe dem Antrag der Firma Geiger «grundsätzlich zugestimmt», sofern eine den fachlichen Vorgaben entsprechende «Sorptionsschicht» (abdichtende Lehmwanne) eingebracht werde. Die Wiederverfüllung mit unbehandeltem Aushub und dem Gleisschotter sei zu genehmigen. Eine Gefährdung der Wasserwirtschaft sei «nicht ersichtlich».

Gemeindeoberhaupt Negele war sich mit den Ratsmitgliedern einig: «Bis vor Kurzem wurde Material, in dem sich auch nur ein morscher Ast befand, zur Verfüllung nicht zugelassen.» Das solle auf einmal nicht mehr gelten? Er sprach bewusst von «kontaminiertem Material» mit dem verfüllt werden solle. Man wisse doch, dass die Bahntrassen über Jahrzehnte hinweg mit Unkrautvernichtern behandelt worden seien. Ratsmitglied Bernd Nothelfer gab zu bedenken, ob hier von Verwertung oder Entsorgung auszugehen sei.

Dem Vernehmen nach herrscht die Befürchtung im Rat, dass unter der Überschrift «Verfüllung» in Wirklichkeit eine Deponie entsteht. Letztere sei nicht gewollt und unterliege anderen gesetzlichen Bestimmungen. Bürgermeister und Räte kamen überein, dem Schreiben des Landratsamts zu widersprechen, sich um einen Rechtsbeistand zu bemühen und eine einstweilige Verfügung zu erwirken.

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