Jugendhaus
Gemeinderäte üben Kritik an Bad Grönenbacher Jugendarbeit

Die Jugendarbeit im Jugendhaus in Bad Grönenbach läuft nicht richtig rund. In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats haben die Fraktionen deutliche Kritik daran geübt. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Franz Dorn meinte, dass der finanzielle Einsatz der Marktgemeinde nicht zum Ergebnis passt. Man müsse die Zielrichtung der Jugendarbeit schnellstens korrigieren und in die gewünschte Richtung lenken.

Eigentlich sollte das Jugendhaus Anlaufstelle für Jugendliche sein, die sich in der organisierten Vereinsarbeit nicht wohlfühlen. «Wir dachten da an die Altersgruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen», erläuterte Bürgermeister Bernhard Kerler. Die Jugendarbeit hätte in Richtung «Streetwork» gehen sollen. Die Jugendlichen sollten also quasi von der Straße geholt werden. Tatsächlich halten sich nun aber offenbar vorwiegend ältere und auch schon erwachsene Personen in einer eher kleinen Gruppe im Jugendhaus auf. «Das war so nicht gewollt», meinte der Rathauschef und kündigte ein Gespräch mit dem Kreisjugendring an. Wie der Bürgermeister weiter erläuterte, steckt die Gemeinde rund 30000 Euro in die Jugendarbeit. Dazu kommen noch die Unterhaltskosten für das Jugendhaus auf dem Schlossberg.

30 Wochenstunden

Bei den finanziellen Aufwendungen fällt vor allem die Stelle eines Mitarbeiters des Kreisjugendrings mit 30 Wochenstunden ins Gewicht. Diese Maßnahme zeigt aus Sicht der Gemeinderäte nur eine eingeschränkte Wirkung. «Die offene Jugendarbeit muss auf den Prüfstand», bekräftigte der CSU-Fraktionsvorsitzende Alfred Dorn. Man müsse Mut und Courage haben, um Verbesserungen durchzusetzen. Rathauschef Kerler sah ein Problem in der Lage des Jugendhauses neben dem Hohen Schloss. Es sei einfach zu weit vom Dorfzentrum entfernt. Andererseits sei dies wieder gut, da es dort kaum zu Beeinträchtigungen wegen Lärmbelästigungen kommen könne.

Klarer Auftrag

Der klare Auftrag an den Kreisjugendring müsse sein, die Altersgrenze zu senken und die Jugendarbeit zu intensivieren. «Volljährige können sich gerne im Jugendhaus aufhalten, wenn sie bereit sind, Führungsaufgaben zu übernehmen oder mit zu arbeiten», fügte Bürgermeister Kerler an.

 

Im Bad Grönenbacher Jugendhauses (links) neben dem Hohen Schloss halten sich laut Marktrat überwiegend Erwachsene auf. Foto: Ursula Deni

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