Gemeinden wollen auf der schnellen Datenautobahn mitfahren

Von Barbara Hell | Oberallgäu Zwar ist der Landkreis Oberallgäu mit dem so genannten 'schnellen Internet' zu 91 Prozent versorgt, beruft sich Anton Klotz, Kreisvorsitzender des bayerischen Gemeindetags, auf eine Studie von T-Systems. Doch immer noch werden viele kleinere Orte, Weiler und Baugebiete vom Breitband nicht erreicht. Dass sich daran im neuen Jahr etwas ändern können, hoffen nun die 'Land-Bürgermeister'.

Das Grundproblem: Während sich für Telekom die Verlegung von Breitbandkabeln in Ballungsräumen lohnt, lässt sie das flache Land mit einer relativ kleine Zahl von Kunden unversorgt. Hier müssten die Kommunen einspringen, ein teures Vergnügen mit Kosten gut über 100 000 Euro pro Verteilerkasten und Leitungsnetz.

Die Nachricht, dass der Bund und der Freistaat zusammen etwa drei Millionen Euro zur Breitbandförderung zur Verfügung stellen, kommt denn auch bei den Rathauschefs gut an: 'Im Interesse unserer Dörfer müssen wir da dran bleiben', verweist Klotz auf eine hohe Nachfrage privater Interessenten, die das Internet aber auch beruflich nutzen und sich mit der langsamen ISDN-Verbindung herumärgern. 'Egal ob Notarzt, Handwerker oder Ingenieurbüro, sie alle sind darauf angewiesen, technisch auf der Höhe der Zeit zu sein.' Weil in Haldenwang etwa die Versorgung nur bei 83 Prozent liegt, hofft Klotz auf Besserung durch die staatlichen Zuschüsse. Jedenfalls werde die Kommune sofort Anträge stellen, wenn’s um die Verteilung der Gelder geht.

'Brauchen höchsten Standard'

Da will Altusrieds Bürgermeister Heribert Kammel nicht hintan stehen. Denn vor allem im Gewerbegebiet Krugzell gebe es etliche Betriebe, die 'den höchsten Standard an DSL wollen, den es gibt.' Während der Hauptort gut versorgt sei, werde es in den Ortsteilen westlich davon 'ganz düster'. Im heutigen Wirtschaftsleben könne es sich niemand mehr leisten, 'im analogen Netz zu fuhrwerken', pocht auch Kammel auf eine optimale Versorgung des flachen Landes.

Auch für Weitnau mit seiner 'extremen Streubesiedlung' sind die Außenbereiche die Sorgenkinder. 'Dabei geht der Trend eindeutig dahin, seinen Beruf im eigenen Wohnbereich auszuüben', hat Bürgermeister Peter Freytag festgestellt und verweist auf eine große Nachfrage der dort lebenden Bürger. Schließlich sei es auch für die Dörfer mit ihren Gewerbegebieten eine funktionierende Infrastruktur enorm wichtig, und dazu gehörten heutzutage eben nicht nur Wasser, Abwasser und Strom, sondern auch die zeitgemäße Anbindung an Kommunkationsnetze. 'Wir warten jetzt darauf, dass uns der Freistaat die Modalitäten für die Zuschussverteilung mitteilt, dann wollen wir Zug um Zug mit von der Partie sein', verspricht Freytag.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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