Gelernt, dicke Bretter zu bohren

Von Peter Mittermeier | Oberreute 'Er hat das Format, das ein Landrat braucht.' Das Kompliment eines Oberreuter Bürgers gilt einem, der das Amt erst noch erobern muss: Roman Haug, 52 Jahre alt, verheiratet, Vater eines achtjährigen Sohnes und Kandidat der Freien Wähler. Im 'Adler'-Saal stellt er sich den Bürgern als 'der richtige Landrat' vor.

Oberreute ist nicht gerade eine Hochburg der Freien Wähler. Trotzdem ist der 'Adler'-Saal gut gefüllt. 'Wir kämpfen mit und für Roman Haug', sagt Walter Schwärzler, ehemaliger Volksbank-Vorstand und einziger Oberreuter auf der Kreistagsliste der Freien Wähler. Und er sagt auch warum: 'Er ist das, was wir brauchen: erfahren, kompetent, zuverlässig und bodenständig.'

24 Jahre ist Haug Bürgermeister in Bad Hindelang. Immer noch geht 'er gerne ins Rathaus', wie er sagt. Gleichwohl sei es nach zwei Jahrzehnten Zeit 'etwas Neues anzufangen'. Die anfänglichen Pläne, wieder als Anwalt in einer Sonthofener Kanzlei tätig zu sein, hat er ad acta gelegt - der 52-Jährige will erster Landrat der Freien Wähler werden. 'Der kommunalpolitische Bazillus ist offenbar zu tief drin', begründet er seine politischen Ambitionen.

Die lange Erfahrung in der Kommunalpolitik ist ein Pfund, mit dem Haug wuchern will. Bad Hindelang ist eine Flächengemeinde. 140 Quadratkilometer groß, ein Drittel der Fläche des Landkreises Lindau. Bad Hindelang hat sechs Ortsteile; viele Dinge gibt es doppelt und dreifach. Haug nennt sechs Feuerwehren als Beispiel. 'Ich habe gelernt verbindend tätig zu sein und auch ganz dicke Bretter zu bohren', sagt Roman Haug und beschreibt damit Eigenschaften, die auch ein Landrat mitbringen sollte. Haug, Vater eines achtjährigen Sohnes, strahlt Ruhe aus, eine Portion Gelassenheit, wenn er über seine Ziele spricht. Ein möglicher Landrat als Vaterfigur. Und ein Landkreischef, der die Anliegen der Bürger ernst nehmen will. 'Jedes Gesetz ist auslegungsfähig. Ich kann es zugunsten und zu ungunsten des Bürgers tun', sagt er zu einem Landwirt, der sich über die ausufernde Bürokratie beschwert - Haug lässt keine Zweifel, welchen Weg er für den richtigen hält.

'Bieten eine starke Wahl'

Auch wegen seiner Erfahrung als Bürgermeister im Allgäu will er den 'ländlichen Raum stärken'. Egal, ob es um den schnellen Internetzugang DSL, die medizinische Versorgung oder die Versorgung mit ambulanten Pflegemöglichkeiten geht. 'Es ist immer von Investitionen in die Monopolregionen die Rede und auf dem flachen Land gehen die Lichter aus', ärgert sich der Jurist über die große Politik. Dem will er unter anderem eine stärkere Vernetzung mit den Nachbarregionen entgegensetzen.

Bei seiner 40-minütigen Vorstellung hebt Roman Haug nur einmal seine Stimme, als er Gerüchte anspricht, die 'gezielt gestreut werden'. Da geht es um seine Ehe, 'die gut funktioniert' und seine Pensionsansprüche, die er nach 24 Jahren als Bürgermeister bereits erworben hat - auch ohne erneut um ein Wahlamt zu kandidieren. 'Wer anderes behauptet, fürchtet Roman Haug', sagt Lindenbergs Bürgermeister Johann Zeh. Und schiebt gleich eine Erklärung hinterher. 'Wir bieten mit ihm eine starke Wahl'.

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