Mellatz
Gelebte Musik im Missionshaus

Es war ein mitreißendes Erlebnis, das Gospelkonzert von und mit Katia Marolany und Luther Pereau im Missionshaus in Mellatz (Opfenbach). Die beiden Vollblutmusiker stammen von der Karibikinsel Martinique und leben in der Nähe von Paris. Das Konzert war das Ergebnis eines zweitägigen Gospelworkshops, den die beiden im Missionshaus durchgeführt haben.

Mucksmäuschenstill war es, als die zierliche Sängerin mit ihrer markanten Bluesstimme ausdrucksstark ihren ersten Song interpretierte: «Sometimes I feel like a motherless child.» Luther Pereau begleitete sie als Background-Sänger und sorgte, wie mit dem Instrument verschmolzen, auf seinem Keyboard für den rhythmischen Sound. Schon beim nächsten Lied, dem bekannten «Amazing Grace», bezog Katia Marolany das Publikum mit ein. Mitklatschen und Mitsingen war angesagt. Karibikfeeling kam auf bei «Malaika», das schon von Stars wie Boney M interpretiert wurde.

Dann kamen die 33 Teilnehmer des Gospelworkshops mit auf die Bühne. Man fühlte sich automatisch an «Sister Act» erinnert. Alles war in Bewegung. Sie sangen nicht nur mit ihren Kehlen, sondern auch mit dem Körper. Das Programm enthielt die im Workshop einstudierten Gospels. Immer wieder wurden auch die Zuhörer aufgefordert, aufzustehen, mitzuswingen, zu klatschen und in den Refrain einzustimmen. So wurden sie automatisch in den Sog der Begeisterung, der von der Gruppe ausging, mit einbezogen. Bei Songs wie «Amen», «Kumbaya My Lord» oder «Happy Day» war der gesamte Kirchenraum angefüllt mit singenden, swingenden Menschen. Viel zu früh schien den Konzertbesuchern das Ende. Mit Ovationen im Stehen wurde stürmisch eine Zugabe verlangt.

Organisiert wurde dieser Workshop von Ute Dörschlag (Heiligenberg). Sie hat seit vielen Jahren einen sehr guten Kontakt zu den Comboni-Missionaren. Als sie im vergangenen Jahr auf dem Musik-Campingplatz in Landéda (Bretagne) war, erlebte sie zum ersten Mal die beiden Künstler. Fasziniert von dieser gelebten Musik stellte sie den Kontakt zu Mellatz her. Sechs der Gospelsänger, die in der Bretagne mit dabei waren, kamen auch ins Westallgäu. Die anderen Teilnehmer des Workshops reisten zum Teil bis von Schleswig-Holstein hierher. Viele Anhänger der afroamerikanischen Kirchenmusik kamen aus Wangen, Weiler oder Röthenbach, wie Shira Rösler. Sie fand es unglaublich, wie Katia Marolany und Luther Pereau es schafften, 33 Sänger innerhalb eines Tages zu einem solchen Chor zu formen. «Ich kann es nicht glauben, dass wir erst seit gestern zusammen sind», staunte sie nachträglich.

«Wir brauchen die Kraft des Herzens», stellte Ute Dörschlag fest. Gospel sei nicht nur Musik, es sei Ausdruck von Glaube und Lebensgefühl und vermittle diese Herzenskraft. Auf Grund des großen Erfolges ist geplant, den Gospelworkshop im nächsten Jahr zu wiederholen.

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