Orchesterverein Kempten
Geigerin Marina Chiche zieht das Kemptener Publikum mit Max Bruchs Violinkonzert in den Bann

In Marseille ist sie geboren und hat Ende 2008 schon einmal in Kempten mit dem Orchesterverein konzertiert: die Geigerin Marina Chiche. Auch jetzt, beim Frühjahrskonzert, half sie Mary Ellen Kitchens und ihrem hochklassigen Amateur-Orchester, das Stadttheater zu füllen. Max Bruchs Violinkonzert in g-Moll, ein 'One Hit Wonder' wie Kitchens launig anmerkte, spielte die vielfach preisgekrönte Solistin. Von den drei Violinkonzerten dieses Komponisten also das einzige, das Furore machte.

Rhapsodisch geht der erste Satz aus g-Moll attacca in den langsamen Es-Dur-Satz über. Die drei Themen kulminieren am Ende und modulieren nach G-Dur zum populären Finale Allegro energico.

Symphonische Stellen und spannende Steigerungen gaben da nicht nur der prachtvoll aufgelegten Solistin Gelegenheit, stimmungshaltige Romantik zu zelebrieren.

Aber die Virtuosin Marina Chiche legte nach dem enthusiastischen Beifall noch eins drauf – das Notenpult mit einer Soloviolin-Ballade des Belgiers Eugene Ysaye stand schon an der Rampe bereit. 20 Jahre jünger als der Kölner Max Bruch, wirkt seine Tonsprache wesentlich moderner. Das hochdramatische Erzählwerk ist gespickt mit geigerischen Finessen, von Marina Chiche bravourös gemeistert.

Nach der Pause dann die 'Schottische' Symphonie a-Moll von Felix Mendelssohn Bartholdy: vier kontrastreiche Sätze, die alle attacca aneinander anknüpfen. Wie man einen Dudelsack bläst, hatte sich der 20-jährige Felix auf einer Schottlandreise zeigen lassen. Erst viel später fügte er die dort aufgezeichneten ersten Takte und Eindrücke zur Symphonie, 1842 uraufgeführt im Leipziger Gewandhaus.

Die pentatonischen Dudelsack-Klänge hört man im zweiten Satz; der erste bringt eine Celli-Reprise und eine stürmische Gewitter-Coda. Sonnig-heiteres Scherzo wandelt sich zur Adagio-Geigen-Elegie, bis im abschließenden Allegro maestoso ein triumphales Siegeslied ertönt.

Mary Ellen Kitchens spornte den Orchesterverein auch hier mit gewohntem Feuereifer und vollem Körpereinsatz zu reifer musikalischer Leistung an – samt Gast-Holzbläsern, Pauken und Trompeten.

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

© Allgäuer Zeitungsverlag GmbH / rta.design GmbH

Powered by PEIQ

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen