Gericht
Gehweg nicht geräumt: Mann muss zahlen

Endlich ist der Frühling da und eigentlich mag man gar nicht mehr an den Winter mit Schnee und Eis denken. Doch der Winter - genau gesagt der vom Vorjahr - holte jetzt einen Geschäftsmann wieder ein. Und zwar vor Gericht.

Dort musste sich der Mann wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten, weil er seiner Räum- und Streupflicht nicht nachgekommen war. Die Folge: Eine Fußgängerin war gestürzt und hatte sich eine böse Fraktur des Oberschenkelknochens zugezogen.

Der Vorfall ereignete sich am Dreikönigstag vergangenen Jahres in der Heiligkreuzer Straße, wo dem Angeklagten ein Grundstück gehört. An dem Tag hatte es frisch geschneit, als die Passantin - die übrigens wintertaugliches Schuhwerk trug - auf dem Eisglatten und ungeräumten Gehsteig stürzte. Die Frau brach sich den Oberschenkelknochen, musste zwei Mal operiert werden und anschließend für dreieinhalb Wochen auf Reha. Noch heute leidet sie unter den Folgen des Sturzes: Sie hat Schmerzen und ist auch in der Beweglichkeit eingeschränkt.

Pflicht an Nachbarn übertragen

Der Hausbesitzer, hieß es von der Staatsanwaltschaft, hätte den Sturz verhindern können, wenn er seiner Räum- und Streupflicht nachgekommen wäre. Der Man wiederum argumentierte, dass er diese Pflicht gemeinsam mit Nachbarn an einen anderen Nachbarn übertragen habe, der mit entsprechenden Geräten ausgestattet sei. Dafür werde der Nachbar auch bezahlt. Zudem, so der Mann, sei er im Urlaub gewesen, als der Unfall passierte. Er habe erst später erfahren, dass der Nachbar an der Stelle nicht geräumt habe, weil sich zu dem Zeitpunkt dort eine Baustelle befand.

Die Argumente des Mannes wollte Richter Hans-Peter Schlosser schließlich nicht gelten lassen. Denn auch, wenn der Hausbesitzer die Räumpflicht übertragen hatte, so hätte er zumindest kontrollieren müssen, ob der Nachbar seinen Auftrag erledigt hat. Das aber hatte der Mann nicht getan. Er wurde zu einer Geldstrafe von insgesamt 1000 Euro verrteilt.

Das Urteil, heißt es vom Amtsgericht, ist noch nicht rechtskräftig. Es sei wahrscheinlich, dass der Hausbesitzer beim Landgericht Berufung einlegt.

 

Der Griff zur Schneeschaufel ist für Hausbesitzer im Winter Pflicht. Wird nicht geräumt und es passiert dann etwas, kann das für die Hausbesitzer teure Folgen haben. Archiv-Foto: Hermann Ernst

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