Lindenberg
Gehring fühlt sich «angelogen»

Da ging Stadtrat Ludwig Gehring der Hut hoch: Auf der Bürgerkonferenz Anfang Dezember stellte er mit Erstaunen fest, dass die Städteplaner frühere Vorschläge von Stadträten aufgriffen. Diese Ideen waren dereinst von den Behörden als undurchführbar abgelehnt worden. «Ich fühle mich angelogen». schimpfte der CSU-Rat nun in der Stadtratssitzung.

Gehring erregte sich vor allem über folgende (nicht mehr ganz taufrische) Ideen, die von den Planern zur Diskussion gestellt werden: Linksabbiegespur von der Bismarck- in die Poststraße, mehr Platz für Busse am Bahnhof, kostenloses Parken für bis zu zwei Stunden in der Tiefgarage und Kreisverkehr an der Sedan-/Bismarckstraße.

All das sei im Lauf der Jahre, zum Teil schon unter Bürgermeister Dr. Eduard Leifert, aus dem Ratsgremium heraus beantragt worden. «Es hieß immer von Seiten der Verwaltung, der Planer oder des Straßenbauamts: das geht nicht», behauptete Gehring. «Und jetzt auf einmal soll es gehen?», fragte er. Das sei «eine Klatsche für jeden Stadtrat.»

Man habe im vergangenen Jahr eine Geh- und Radwegunterführung gebaut, weil der Kreisverkehr angeblich nicht machbar sei. «Das Geld hätten wir uns sparen können», ärgerte sich der Stadtrat und Gastwirt.

Thomas Geiger vom Ordnungsamt entgegnete, eine Befreiung von der Gebührenpflicht in der Tiefgarage sei «technisch möglich», aber mit hohen Kosten für die Umrüstung von Kasse, Schranke und EDV verbunden.

Zeh: Werde nicht zensieren

Bürgermeister Johann Zeh verteidigte sich, er werde keine Pläne zensieren, «auch wenn es der größte Schwachsinn sein sollte». Alle Vorschläge würden der Öffentlichkeit zur Beurteilung vorgelegt. Er wehrte sich allerdings gegen Gehrings Unterstellung, er, Zeh, halte die Pläne der Stadtentwickler für Schwachsinn. So habe er das nicht gemeint.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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