Durach
Gehörlose radeln durch Südamerika

Bildungsarbeit und Aufklärung auf besondere Art - das haben sich hörende und gehörlose Deutsche mit dem Projekt «Vamonos en señas» («Lasst uns ein Zeichen geben) vorgenommen. Mit dem Fahrrad wollen sie von August bis Dezember durch Brasilien, Bolivien, Peru und Ecuador fahren. Ihr Ziel: Klarmachen, dass gehörlose Menschen genau so intelligent sind wie hörende. Start für das Projekt ist am Freitag, 31. Juli.

Initiator ist der ehemalige Duracher Sebastian Burger. Junge Erwachsene von acht Gehörlosenschulen in den südamerikanischen Ländern will das deutsche Team als Mitfahrer für einzelne Etappen von jeweils sieben Tagen bis zwei Wochen gewinnen.

Die gemeinsame Rad-Etappe soll einen noch tieferen Austausch zwischen den Kulturen ermöglichen und den Teilnehmern nachhaltige Erfahrungen mit auf den Weg geben, da alle im Zelt übernachten, sich an Flüssen waschen und auf dem Feuer kochen werden.

Wichtiger Bestandteil der Rad-Etappen sind Besuche an Regelschulen, bei denen zusammen mit den einheimischen Gehörlosen Workshops vor hörenden Schüler der Mittelstufe gegeben werden. In Lateinamerika hält sich noch mehr in Europa das Vorurteil, Gehörlose seien minderbemittelt. Gegen dieses Stigma richtet sich das Projekt «Vamonos en senas».

Burger macht seit zehn Jahren große Fahrradprojekte, wie 1999 zum Beispiel «Mit dem Rad nach Peking» und zuletzt 2005/06 sein zweites Tandemprojekt mit 21 verschiedenen blinden Copiloten zw. Deutschland und Singapur (wir berichteten). Gesucht werden noch Sponsoren, etwa für die Verpflegung der einheimischen Gehörlosen während der Radel-Etappen vor Ort. Nähere Infos gibt es unter: www.globetreter.de, Stichpunkt «Vamonos».

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