Memmingen
Gegenwind von der Heimatpflege

Gegen das viel diskutierte Bauvorhaben in der Kalchstraße wehrt sich der stellvertretende Heimatpfleger Günther Bayer. Ein Steg wäre in seinen Augen ein Eingriff in das historische Straßenbild, den man nicht verantworten könnte.

Wie berichtet, plant Fritz Halder vom «Weissen Ross», gegenüber seines Hotels ein weiteres Haus zu errichten und die beiden Gebäude mit einem Übergang zu verbinden. Durch dieses Projekt würde in der Kalchstraße eine Baulücke verschwinden, die dort seit Jahren klafft.

Bayer betont, dass die Bebauung der leer stehenden Fläche nicht zwingend einen Steg zur Folge haben müsse. Die beiden Vorhaben seien getrennt voneinander zu betrachten. Auch ohne einen Übergang habe es bereits in den 1990er Jahren ein «altstadtverträgliches Konzept» für die Schließung der Lücke gegeben. «Auch heute noch wäre hier mit dem nördlich anschließenden Areal eine großzügige Lösung möglich», so Bayer, der bei der Heimatpflege für Denkmalschutz und Stadtbildgestaltung zuständig ist.

Außerdem habe sich für Hotelier Halder schon vor Jahren die Möglichkeit ergeben, den im Süden an sein Hotel angrenzenden Gebäudekomplex des so genannten «Hansa-Hauses» zu übernehmen. Für Bayer wäre dies wegen eines Innenhofes eine reizvolle Variante gewesen.

«Identitätsverlust»

Moderne Architektur habe in Memmingen immer wieder die Zustimmung der Heimat- und Denkmalpflege gefunden, so Bayer weiter. Er erinnert in diesem Zusammenhang an die Glasfassaden des Reisch- mann-Komplexes und den Umbau des früheren Gasthauses «Roter Ochsen». Im aktuellen Fall aber gehe es darum, dass öffentlicher Lebensraum zugunsten privatwirtschaftlicher Interessen in Anspruch genommen werden solle.

«Ein solches Ansinnen wäre noch vor 20 Jahren kollektiv als Anmaßung empfunden und von vornherein als nicht diskussionsfähig verworfen worden», vergleicht Bayer. Wenn jetzt um den Schutz des «schönsten Memminger Straßenzuges» gerungen werden müsse, dann signalisiere dies «zeitgeistbedingten Werte- und Identitätsverlust».

Falls die Baulücke in der geplanten Form geschlossen werde, entstehe nichts, was das Straßenbild belebt, betont Bayer. «Vielmehr sind Garagentore und Mauern zu erwarten.» Dem Traum, dass ihre Standorte durch den Neubau besser frequentiert würden, sollten sich «gewisse Kalchsträßler» nicht hingeben, so Bayer.

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