Oberkellner
Gebürtiger Kaufbeurer Oberkellner des Jahres

Warum die Journalisten des Gourmetführers Gault Millau die begehrte Auszeichnung 'Oberkellner des Jahres' genannt haben, bleibt ihr Geheimnis. Denn eigentlich sieht der diesjährige Preisträger Enrico Spannenkrebs gar nicht wie ein strenger Oberkellner oder gar blasierter Restaurantchef aus. Im Gesicht unter dem kahlen Haupt offenbart das Lächeln des 37-Jährigen sympathische Züge. Ein Mann von stattlicher Gestalt, der in seinem schwarzen Anzug gewandt und lautlos durch den Saal des Sterne-Restaurants 'Atelier' im Bayerischen Hof in München schreitet.

Als perfekter Gastgeber hat der gebürtige Kaufbeurer den Olymp seines Berufsstandes erklommen. In Österreich war er bereits 'Oberkellner des Jahres', nun ist er es auch in Deutschland. 'Das Fachwissen ist selbstverständlich', sagt Spannenkrebs, 'guter Service hat aber vor allem etwas mit Einfühlungsvermögen und nichts mit Arroganz zu tun.'

Bei Witzigmann und Winkler

Der gelernte Hotelfachmann konnte bisher von den Besten ihres Fachs lernen, um an seiner 'persönlichen Philosophie' zu feilen. Spannenkrebs arbeitete in den Restaurants der großen Köche Eckart Witzigmann und Heinz Winkler. Erfahrungen sammelte er bei Maître Peter Kluge, Sommeliere Paula Bosch und Gastronom Manuel Lechner.

Heute bildet er ein Gespann mit Küchenchef Steffen Mezger, der den Michelin-Stern für das 'Atelier' erkocht hat und als dessen Sprachrohr gegenüber dem Gast er sich sieht. 'Wir sind ein Team', sagt der Restaurantleiter, der den 'Oberkellner des Jahres' als Auszeichnung für alle Mitarbeiter des 'Ateliers' betrachtet.

Redet Spannenkrebs über seinen Beruf, fällt oft der Begriff 'Leidenschaft'. Nur damit könne dem Besucher ein unvergessliches Erlebnis im Restaurant bereitet werden. 'Der Gast bringt heute meist ein großes Wissen mit', sagt der Allgäuer. 'Und er fragt nach.'

Für ihn und seine Mitarbeiter heiße dies, über alle Produkte und Zubereitungsarten exakt Bescheid wissen zu müssen, um ein kompetenter Gesprächspartner zu sein. 'Wir bewegen uns auf Augenhöhe', sagt Spannenkrebs. Perfekter Service bedeute für sein siebenköpfiges Team aber auch zu erkennen, wann der Gast sich unterhalten möchte, wann er Beratung wünsche oder ungestört sein möchte.

'Dabei hilft uns die Menschenkenntnis', sagt er – oder eben das erfahrenen Kollegen eigene 'Kellnerauge', mit dem sich oft auch der Tester eines Restaurantführers identifizieren lasse. 'Da muss man aber ganz ruhig bleiben', lacht Spannenkrebs. 'Wir behandeln alle gleich gut. Jeder Gast ist uns wichtig.'

'Neid gibt es da eigentlich nicht'

An dieser Einstellung hat das mediale Echo auf seine Auszeichnung nichts geändert, obwohl eine Zeitung sogar 'Er ist der beste Kellner der Welt' titelte. Viele Glückwünsche bekam der junge Vater zweier Mädchen von Stammgästen aus aller Welt ebenso wie von Kollegen aus anderen Häusern. 'Neid gibt es da eigentlich nicht', lächelt Spannenkrebs. 'Und wenn, dann haben wir ihn uns hart erarbeitet.'

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