Lesung
Gebrauchsanweisung fürs Politikmachen - Augsburger Stadträtin bei den Memminger Grünen

'Politik machen ist wie bei einem Schachspiel. Da gibt es unterschiedliche Figuren, die verschiedene Laufrichtungen haben. Die muss die Politik in eine konstruktive Beziehung zueinander setzen.' Das schreibt Eva Leipprand in ihrem Buch 'Politik zum Selbermachen – Eine Gebrauchsanweisung'. Seit 1996 sitzt sie für die Grünen im Augsburger Stadtrat. Von 2002 bis 2008 war sie Dritte Bürgermeisterin und Kulturreferentin. Ihre Erfahrungen und Erlebnisse habe sie 2011 in einem Buch verarbeitet. Aus diesem las sie jetzt beim Kreisverband der Grünen in Memmingen einige Passagen vor.

Humorvoll, satirisch und detailliert

Humorvoll, satirisch und detailliert schildert Leipprand in ihrem Werk die Freuden und Leiden in der Kommunalpolitik. Von ihren eigenen Anfängen berichtet sie zum Beispiel, wie sie einen 'heiligen Zorn' hatte über die Konzeptlosigkeit der Politik bei Vandalismus.

Das habe sie unter anderem bewogen, selbst in die Politik zu gehen, um etwas zu bewegen. Anfängern will sie damit Mut zum Engagement machen.

Für Fortgeschrittene hat Leipprand weitere Tipps: 'Wer ein öffentliches Amt innehat, ist keine Privatperson mehr. Schlampig angezogen aufzutreten, wertet den Besuchten ab. Übermäßig aufgedonnert wird als geschmacklos empfunden.'

Dass Projekte in der Kultur oder auch im Sport ohne private Unterstützung kaum vorstellbar seien, zeigt sich für Leipprand klar. Daher rät sie zu einer Vorteil bringenden Vernetzung von Politik und Wirtschaft. 'Allerdings lehrt die Erfahrung, dass der Weg vom Netzwerk zur Seilschaft ein sehr kurzer ist', warnt sie gleichzeitig.

Zentrales Kapitel ihres Buchs ist 'der Bürgerwille'. Leipprand hat für sich als Lektion festgehalten, 'dass eine Stadt ein brodelnder Topf verschiedener Interessen ist. Wer als Politiker so tut, als könne er alle Wünsche erfüllen, ist nicht bürgernah, sondern Populist.

Eine Ampel kann nicht gleichzeitig für alle Grün zeigen', das müsse auch der Bürger erkennen. Dennoch gelte in der Praxis nicht selten der Satz: 'Wahltag ist, wenn alle allen alles versprochen haben.'

16 Mahnwachen zum Thema Atomausstieg

In der anschließenden Jahresversammlung der Memminger Grünen gab Wolfgang Weiss als Sprecher des Kreisverbandes seinen Tätigkeitsbericht ab. 'Die Katastrophe von Fukushima hat unsere Aktionspläne im letzten Jahr über den Haufen geworfen', sagte er.

16 Mahnwachen zum Thema Atomausstieg seien zusammen mit anderen Vereinigungen seitdem abgehalten worden. Die Grünen bedauerten, dass diese in der Bevölkerung und in den Medien nicht mehr Berücksichtigung gefunden hätten. Für 2012 seien wieder einige Aktionen geplant. Ein Besuch der Europa-Abgeordneten Barbara Lochbihler stehe im Mai an.

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