Immenstadt / Sonthofen
«Gebiete werden naturverträglich genutzt»

Nachdem die Ortsgruppe Immenstadt Projekte wie das Buddhismuszentrum und den Campingplatz am Großen Alpsee in Immenstadt auf der Grundlage eines Gutachtens zur Alpenkonvention für «rechtswidrig» erklärt hat, bezog auf Anfrage der Heimatzeitung jetzt auch das Landratsamt Sonthofen Stellung. In einer Pressemitteilung heißt es:

«Die betroffenen Landschaftsschutzgebiete stammen aus einer Zeit lange vor der Alpenkonvention.» Dass durch dieses internationale Vertragswerk Schutzzonen, die zum Teil vor Jahrzehnten geschaffen worden sind, so zementiert werden sollen, dass sie überhaupt nicht mehr an heutige Erfordernisse anpassbar sein sollen, könne niemals im Sinne der ratifizierenden Vertragspartner gewesen sein.

Weiter wird erklärt: «Wenn damals die von den Landschaftsschutzgebieten» betroffenen Gemeinden bereits gewusst hätten, wie restriktiv das viel bemühte «Abwägungsverbot» der Konvention heute von einigen gesehen werde, hätten sie der Einrichtung solcher Landschaftsschutzgebiete damals «auf gar keinen Fall zugestimmt».

Ein Abwägungsverbot könne niemals derartig absolut eingeordnet werden, dass nicht einmal Korrekturen an Randbereichen von Landschaftsschutzgebieten dort zulässig wären, wo vorher bereits eine Vorbelastung durch einen bestehenden Campingplatz bestanden habe.

Das habe sogar der Kreistag des Landkreises Oberallgäu so gesehen. Mit Beschluss vom Juni 2007 habe man die Landschaftsschutzgebietsverordnung «Großer Alpsee» so modifiziert, dass das Buddhismuszentrum und dessen Nutzungen in einem engen und naturverträglichen Rahmen ermöglicht wurden.

Die Nutzungen der Fläche entsprächen dem eigentlichen Schutzzweck der Verordnung. Davon erfasst sei auch die naturverträgliche Durchführung des zeitlich begrenzten «Sommercamps» einmal im Jahr.

Dem Kreistag mit einer Pressemitteilung die Ermöglichung «landschaftszerstörender Maßnahmen» auf Hochreute zu unterstellen, hält das Landratsamt für den falschen Weg, Naturschutz zu betreiben. Die Flächen im Umgriff seien ausnahmslos landwirtschaftlich genutzt. In Sachen Wasserskilift am Kleinen Alpsee sagt das Landratsamt: «Derzeit sind zwar noch keine Unterlagen im Haus. Als Genehmigungsbehörde steht das Landratsamt dem Projekt allerdings mehr als kritisch gegenüber.» Auch der Landkreis als Eigentümer der betroffenen Wasserfläche sehe sich nicht in der Lage, einem solchen Vorhaben zuzustimmen.

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