Denkmalpflege
Gebäude in der Memminger Kalchstraße in Denkmal-Liste: Das älteste Haus Memmingens

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Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege in München ist sich sicher: Der Kern des heutigen Hauses an der Kalchstraße 45 ist im Jahr 1324 entstanden. Das hat die Auswertung der Jahresringe der Holzbauteile (dendrochronologische Untersuchung) ergeben. Es sei damit das älteste bekannte Haus Memmingens, erklärt Beate Zarges, Sprecherin des Landesamtes.

"Die bau- und konstruktionsgeschichtliche Aussagekraft des Gebäudes, sein hoher stadthistorischer Zeugniswert und seine historisch-städtebauliche Bedeutung für Memmingen schließen einen Abbruch aus und sprechen für den Erhalt dieses Baudenkmals": Mit diesen Worten fasst Zarges die bauhistorischen und archäologischen Untersuchungen zusammen, die Experten des Landesamtes in dem Haus angestellt haben (siehe auch Infokasten).

Pläne für Ärztehaus

Die Memminger Wohnungsbaugenossenschaft (Mewo) will das Gebäude eigentlich abreißen, um an derselben Stelle ein Ärztehaus zu errichten. Daneben, zwischen Kalchstraße und Stadtmauer, baut sie derzeit 23 seniorengerechte und barrierefreie Wohnungen mit Tiefgarage.

Die neuen Erkenntnisse der Denkmalschützer haben dazu geführt, dass das Haus mit der Nummer 45 jetzt in die bayerische Denkmal-Liste aufgenommen wurde. Mewo-Vorstandssprecher Hans-Peter Fischer betont, dass dadurch eine neue Situation entstanden sei. Selbstverständlich werde das Haus derzeit nicht angerührt. Die Mewo wolle nun zunächst einmal das Ergebnis aller Überprüfungen abwarten.

Dazu zählt Fischer auch ein Gutachten eines externen Sachverständigen. "Erst wenn uns das alles vorliegt, können wir in weiteren Besprechungen mit dem Landesamt ausloten, welche Möglichkeiten wir mit dem Haus haben und was wir verändern dürfen", erläutert Fischer. Die Mewo würde zwar gerne an ihrem ursprünglichen Konzept festhalten, doch nun seien auch modifizierte Planungen denkbar. "Genaues lässt sich aber im Augenblick noch nicht sagen", so Fischer.

Bis ins Jahr 1250

Das Landesamt hat festgestellt, dass das im Lauf der Jahrhunderte immer wieder veränderte Haus Kalchstraße 45 "ein wichtiges geschichtliches Zeugnis der ersten Stadterweiterung" berge. Die historischen Spuren reichten wohl bis in die Phase der Erstbebauung der seit dem Jahr 1250 ummauerten Kalchvorstadt zurück.

Die Ergebnisse der Untersuchungen des Originaldachstuhls seien ebenso bedeutend, macht Amtssprecherin Zarges deutlich: Dieser sei in der ersten Dachebene vollständig erhalten. Damit handle es sich bei diesem Dachstuhl von 1324 um den ältesten eines Bürgerhauses in Memmingen. Nach Informationen unserer Zeitung könnte der Dachstuhl sogar einer der ältesten seiner Art in ganz Bayern sein.

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