Kaufbeuren / Ostallgäu
Gartenabfälle lassen im Wald fremde Pflanzen gedeihen

Die Wertach zieht sich mit ihrem Uferbewuchs wie ein grüner Gürtel durch Kaufbeuren. Doch in dem Grünstreifen wuchern auch Pflanzen, die dort nicht hingehören und zugleich wachsen Müllhaufen. So befinden sich allein in der Honoldstraße auf rund 150 Metern vier wilde Deponien mit mehreren Kubikmetern Grünabfall, die mutmaßlich Anwohner entsorgten. «Das ist in Kaufbeuren und im Umland überall dort der Fall, wo die Siedlungen an den Wald angrenzen», erläutert Gerhard Limmer, Abteilungsleiter im Amt für Ernährung, Forst- und Landwirtschaft.

«Der Wald ist 24 Stunden an sieben Tagen geöffnet», fasst Limmer ironisch die unerlaubte Entsorgung zusammen. Denn nicht nur in der Honoldstraße, auch im Haken an der Wertach, rund um Neugablonz oder am Hang in Hirschzell machen sich die wilden Deponien breit. Zumeist fange es mit Grasschnitt, der bei dem derzeit feuchten und warmen Wetter oft anfällt, an. Dann kämen Gartenabfälle hinzu.

Zumeist seien es die Anwohner, die dort ihren Abfall lagern: «Es ist für die Leute bequem, wenn sie direkt vor der Tür ihr Grüngut entsorgen können. Da ist kein Fahrzeug nötig, nur eine Tasche oder höchstens einen Schubkarren», berichtet Limmer. Blumenreste, Strauchschnitt und Gehölzabfälle folgten dem Grasschnitt.

«Aber über diesen Weg kommen auch Neophyten her. Wilde Deponien sind deren Ursprungsstellen», weiß Limmer. Diese nichteinheimischen Pflanzen wie Bärenklau, Goldrute oder Springkraut werden über Gartenabfälle entsorgt, wachsen schnell und verdrängen die einheimische Fauna. «So wird unsere Vegetation verändert und eine natürliche Waldverjüngung ist nicht mehr möglich», meint Limmer. Die Neophytenbekämpfung sei inzwischen vom Forstamt vielerorts kaum mehr zu bewältigen: Zu viele Flächen und zu wenig Personal ließen nur noch punktuelle Maßnahmen zu.

Zudem animierten die wilden Deponien auch, um zusätzlichen Müll dort wegzuwerfen. So liegen auf oder neben den vier Deponien in der Honoldstraße ein Gartenstuhl, viele Flaschen, Plastikteile und weitere Errungenschaften unserer Zivilisation.

«Aber der Wald ist kein Komposthaufen und schon gar kein Müllhaufen», wettert Limmer.

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