Pfronten
Gäste fahren gratis Bus

Bus fahren gratis - das dürfen ab 20. Dezember die Urlaubsgäste in Pfronten. Zwei neue Ortsbuslinien, über die alle Ortsteile sowie öffentlichen Einrichtungen zu erreichen sind, ergänzen dann das Angebot. Nicht nur sie können mit der künftig «PfrontenCard» genannten Gästekarte kostenlos benutzt werden, sondern sämtliche Linienbusse zwischen Nesselwang und Schwangau (siehe Grafik). Finanziert wird das Angebot über eine Anhebung des Kurbeitrags um rund 40 Prozent. So steigt er für Erwachsene im Kurbezirk 1 von 1,40 auf 2 Euro pro Nacht (eigener Bericht).

Im Gemeinderat, der die Einführung des Gästebusses probehalber für zwei Jahre bei zwei Gegenstimmen beschloss, sprach Tourismusdirektor Jan Schubert von einem «Meilenstein in der touristischen Entwicklung» Pfrontens. Bürgermeister Beppo Zeislmeier nannte das neue Angebot, das in einer Gemeinderatsklausur sowie in nicht öffentlicher Sitzung vorbereitet worden war, einen «Quantensprung». Zusammen mit der «KönigsCard», deren attraktiven Ziele Pfrontener Gäste künftig gratis mit dem Bus erreichen, bekämen sie einen gut zu kalkulierenden Urlaub.

Entwickelt hat Pfronten Tourismus das Konzept zusammen mit dem Busunternehmen Regionalverkehr Allgäu (RVA), dessen Geschäftsführer Klaus von Petersdorf gemeinsam mit der Füssener Betriebsleiterin Christiane Jentsch die Pläne im Gemeinderat präsentierte.

Die Zeit ist reif

«Wir hatten schon in den 90er Jahren so ein Konzept vorgestellt», sagte Jentsch, «aber damals war die Zeit dafür noch nicht reif». Auf Wunsch der Gemeinde werden die Ortsbuslinien von den Pfrontener Unternehmen Wanger und Becker bedient. Der Fahrplan wird mit dem Liniensbusverkehr abgestimmt. Auch der «Tälerbus» im Sommer ins Tannheimer Tal wird Teil des «Gästebusses Pfronten», ebenso der Winterbus zu den Skigebieten, der um eine Mittagsverbindung ergänzt wird. «Ich denke, der Gast wird es verlangen», meinte Christiane Jentsch. Es gebe bereits Überlegungen, das Angebot auszuweiten. So wird über einen Nachtbus nachgedacht. Andererseits wird Einheimischen möglicherweise bald eine günstige Jahreskarte angeboten.

«Gäste werden darauf drängen»

Alfons Haf (Pfrontner Liste) rief die Vermieter auf, ihre Gäste deutlich auf das Angebot hinzuweisen: «Die Vorteile, auch die ökologischen, kommen nur zum Tragen, wenn es gut angenommen wird.» Dritter Bürgermeister Manfred Seeboldt (CSU) meinte: «Die Gäste werden darauf drängen und die Nachbarn werden schnell erkennen, welche Wirkung so ein Angebot bringt.»

Um die Kosten mit gut 180000 Euro in Grenzen zu halten, macht der «Gästebus» im November und Anfang Dezember Pause.

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