Seeg / Enzenstetten
Fusion statt Verbandsauflösung

Der geschlossene Rücktritt der Vorstandschaft der BBV-Ortsverbände Seeg und Enzenstetten steht fest - zur Auflösung ist es bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung aber nicht gekommen. Vielmehr wollen die Landwirte die beiden Ortsverbände zusammenlegen, um eine gemeinsame Vorstandschaft zu gründen. Kommissarisch bleibt das bestehende Gremium im Amt.

Den Bauern in Seeg und Enzenstetten reicht es! Weil sie sich vom Bauernverband nicht genügend verstanden und vertreten fühlen, drohten sie jetzt mit ihrem geschlossenen Rücktritt und im schlimmsten Fall der Auflösung der Ortsverbände (wir berichteten). «Wir wollen die Auflösung nicht und auch keinen zum Austritt zwingen», erklärte Hans-Peter Stechele, Ortsobmann von Enzenstetten. Allerdings habe er festgestellt, dass die Interessen in den Ortsverbänden des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) auf höherer Ebene kaum berücksichtigt werden, äußerte er seine Enttäuschung über zahlreiche ergebnislose Diskussionen. Ein weiteres Problem sah Stechele in der mangelnden Zusammenarbeit zwischen BBV und Bund Deutscher Milcherzeuger (BDM).

Solange diese Dinge nicht geklärt sind, sei für ihn der Rücktritt oder eine Kündigung der Mitgliedschaft unvermeidbar. Bestätigung erhielt Stechele von seinem Amtskollegen Martin Wachter vom Ortsverband Seeg. Er könne die Vorgehensweise des BBV gegenüber seinen Mitgliedern nicht mehr vertreten. «Im Verband ist nicht alles schlecht, nur in Sachen Milch fühlen wir uns schlecht vertreten», hofft er trotzdem auf eine positive Zukunft.

Die Aussagen der Obmänner kommentierte Kreisbäuerin Gabi Paulsteiner aus Rückholz in einer Stellungnahme, in der sie mehrere Themen auf den Punkt brachte und trotz der Kritik der Landwirte manche klar ansprach. Dabei kritisierte sie vor allem die Uneinigkeit unter den Bauern, auch die zwischen BBV und BDM. «Die Folge sind Streitereien, die uns alle in keiner Weise voranbringen», stellte sie fest.

Emotional aber relativ ruhig

Brisante Themen wie Milchpreis, Quotenregelung, Subventionen oder Gentechnik wiederholten sich in der folgenden emotionalen, aber relativ ruhigen Aussprache. Auch Querelen zwischen BBV und BDM fehlten nicht. Zurück beim Thema Fortbestand der Ortsverbände zeigte sich Unverständnis bei vielen Landwirten. Sie wollten die Vorstandschaft nicht entlassen. Nun will man nach der Zusammenlegung beider Ortsverbände den Vorstand neu aufstellen. Schon in den kommenden Wochen wollen die Obmänner die ersten Schritte zur Fusion einleiten. Weiter laufen sollen die Aktivitäten auf örtlicher, nicht aber auf Kreisebene.

«Wir haben eigentlich schon mit so einem Ergebnis gerechnet,» erklärte der Seeger Ortsobmann Martin Wachter, der mit dem Ausgang des Abends trotzdem einigermaßen zufrieden war. «Wir legen Wert darauf, dass die Gemeinschaft im Ort weiter geht und der Zusammenhalt unter unseren Bauern nicht gefährdet ist,» so sein Amtskollege Hans-Peter Stechele aus Enzenstetten.

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