Füssen
Füssens Bürger machen Energie

Am Ende des Abends waren 13 Bürger mit gemeinsam 60000 Euro dabei: Diese wollen als gemeinschaftliche Investoren auf dem Dach des Zentralbaus der Realschule eine Solaranlage installieren lassen und sie in den nächsten rund 20 Jahren zur umweltschonenden Gewinnung von Strom betreiben. «Die Mindesteinlage von tausend Euro summiert sich zu dem genannten Betrag. Er würde den soliden Grundstock für das Vorhaben mit Gesamtkosten in Höhe von 100000 Euro darstellen», so Hubert Endhardt, stellvertretender Landrat des Ostallgäus, am Freitagabend zu den Gästen im Haus der Gebirgsjäger. Thema des langen Abends war, wie sich Bürgergruppen im Bereich Fotovoltaik engagieren könnten.

Endhardt, dem am Ende persönliche Absichtserklärungen einiger Interessenten vorlagen, Geld für dieses Projekt einzusetzen, war zufrieden: «Bürger machen Energie ist ein interessantes Angebot, das auch in Füssen offenbar angenommen wird», so seine Bilanz. Er selbst setze sich hier als Privatperson dafür ein, dass moderne Solartechnik auf die öffentlichen Dächer komme.

Die signalisierte Bereitschaft, Geld für die Sonnenenergie einzusetzen, gefiel auch den beiden Referenten, die zuvor eine sachliche Aufklärung betrieben hatten. Es wurde dabei auch deutlich, warum sie als Privatperson erneuerbaren Energien einen Vorzug vor Strom aus Atomkraftwerken geben. «Die Anlagen arbeiten weitgehend störungsfrei. Das Recycling nach langer Laufzeit wirft kein Problem auf», erfuhren kritisch fragende Zuhörer.

Darüber hinaus sei der heute übliche Versicherungsschutz gewährleistet.

Fotovoltaikanlagen würden ökologische wie ökonomische Vorstellungen nahezu ideal miteinander verbinden, hieß es. So würden die Anlagen nach längerer Laufzeit durchaus satte Gewinne abwerfen. Die Rede war von etwas über fünf Prozent, so jedenfalls die Schätzungen im Bericht von Diplom-Ingenieur Rüdiger Dittmann aus Kempten. Er war einer der Referenten des Abends und stellte den bereits 700 Mitglieder zählenden Verein Renergie Allgäu vor. Georg Schilcher schilderte anschließend, wie sich ein Dorf in Oberbayern im Jahr 2003 aufmachte, seine Stromversorgung selbst in die Hand zu nehmen.

«In diesem Jahr haben wir das angestrebte Ziel in Wildsteig erreicht», sagte Schilcher. Für Strom, der den Gesamtbedarf deckt, sorgen die Anlagen auf dem Dach von öffentlichen Gebäuden und von landwirtschaftlichen Betrieben.

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