Mittelschulen
Fürs Zusammenwachsen der Schulen braucht es noch etwas Zeit

Seit Herbst gibt es im Oberallgäu keine Hauptschulen mehr. Die heißen jetzt Mittelschulen. Dietmannsried und Durach sind selbstständig, die anderen ehemaligen Hauptschulen haben sich zu Mittelschulverbünden zusammengeschlossen: Buchenberg mit Waltenhofen und Weitnau, Altusried mit Legau sowie Oy-Mittelberg mit Pfronten. Die Erfahrungen nach einem halben Jahr sind positiv. Probleme gibts mancherorts noch mit der Eingewöhnung in eine neue Klasse, denn Fachunterricht gibt es für die älteren Schüler im Verbund hier und da gemeinsam.

Oy-Mittelberg

Wenig verändert hat sich bislang durch den Mittelschulverbund von Oy-Mittelberg und Pfronten. Die Fächer Wirtschaft-Technik und Soziales werden aufgrund der ausreichenden Schülerzahlen noch an beiden Schulen angeboten. Wie sich dies in den kommenden Jahren entwickelt, ist noch offen. «Pendeln» müssen bislang nur zwei oder drei Schüler von siebten Klassen aus Oy, die den M-Zug in Pfronten besuchen. Dazu fährt laut Rektorin Ursula Fleschhut ein Kleinbus, den die Gemeinde finanziert. «Alte» M-Zügler aus Oy werden ihre letzten beiden Schuljahre weiterhin in Durach verbringen, weil sie nicht aus ihrem gewohnten Umfeld herausgenommen werden sollten.

Altusried

Weder Probleme noch Nachteile sieht der Leiter der Mittelschule Altusried, Hermann Danner, im Verbund mit der früheren Hauptschule Altusried. Zum M-Zug in Altusried stoßen in diesem Schuljahr 13 Legauer Jugendliche dazu. Sie haben sich mittlerweile nach den Worten des Rektors gut in ihre Klassen integriert. Vor dem Zusammenschluss haben die Legauer M-Zügler Memminger Hauptschulen besucht. Ein Austausch von Schülern findet an jedem Donnerstag statt: Sechs Altusrieder fahren nach Legau, um dort das Fach Technik zu belegen, vier kommen aus Legau nach Altusried, um Soziales zu belegen. Dabei kommen die Schulen mit dem Einsatz von einem Bus aus. Zudem können die Legauer, die früher in Leutkirch zur Schule gingen, am Morgen länger schlafen, weil der Bus erst um 7.

10 Uhr und nicht um 6.10 Uhr losfährt. Laut Danner seien Lehrer und Eltern hochzufrieden mit der gelungenen Kooperation.

Buchenberg

Die Zusammenarbeit mit den Schulleitern in Weitnau und Waltenhofen ist laut Walter Wulff, Schulleiter in Buchenberg und Koordinator des Mittelschulverbunds, «sehr kooperativ». Viel Arbeit gebe es mit der Stundenbudgetierung für Fachunterricht im Verbund, da müssten die Schulleiter Kompromisse eingehen. Vier Achtklässler pendeln zum Besuch des Sozialzweigs einmal wöchentlich mit einem Kleinbus nach Waltenhofen, dazu kommen am Montag drei Neuntklässler.

Waltenhofen

Sieben Achtklässler fahren wiederum einmal wöchentlich nach Buchenberg, um den fachspezifischen Wirtschaftsunterricht zu besuchen (und täglich etliche M-Schüler). «Das klappt mit dem Busunternehmen ganz hervorragend», sagt Schulleiterin Susanne Schumacher. Viele Absprachen seien dafür aber im Vorfeld nötig gewesen. Auch sei es für manchen Schüler schwierig, sich einen halben Tag in einem anderen Klassenverbund zu integrieren. «Es wird noch einige Zeit dauern, bis sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt», mutmaßt Waltenhofens Schulleiterin.

Weitnau

Noch gar keine Erfahrungswerte mit dem Schulverbund hat Weitnau. Wer eine weiterführende Schule besuchen will, fahre meist ins nahe Isny. «Wir bluten in diese Richtung aus,» so Schulleiter Walter Höss. In diesem Jahr gab es für die Weitnauer den Verbund nur auf dem Papier. «Mal schauen, wie künftig die Tendenz der Eltern ist,» sagt Höss.

Was sagen die Eltern?

Klagen über den Verbund sind Stefan Treffeisen, Elternbeiratsvorsitzender in Buchenberg, bislang nicht zu Ohren gekommen. Manuela Herz aus Waltenhofen, Mutter einer Achtklässlerin und ebenfalls Elternbeiratsvorsitzende, findet den Schulverbund «nicht schlecht vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen». Sie glaubt aber, dass es noch eine Zeit dauert, bis alles harmonisch abläuft.

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