Bahn
«Für Tradition und Aufbruch»

Im Mittelpunkt der Versammlung der Ostallgäuer Bahngewerkschafter stand die Gründung der neuen Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft. Seit Ende November dieses Jahres ist die Transnet mit der Verkehrsgewerkschaft GDBA verschmolzen und dadurch entstand die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). «Unsere neue Gewerkschaft trägt einen Namen, der Tradition und Aufbruch miteinander verbindet», sagte Andreas Beckmann, erster Bevollmächtigter der EVG-Ortsverwaltung Augsburg in Buchloe.

Die Verkehrsbranche sei eine der Schlüsselbranchen der Volkswirtschaft und werde im Transitland Deutschland immer wichtiger, betonte Beckmann. Dennoch sei der gewerkschaftliche Organisationsgrad in diesem Bereich eher rückläufig. «Wir wollen diesem weißen Flecken gemeinsam mit anderen Gewerkschaften in der Branche zu Leibe rücken.» Erstmals, so Beckmann, «verschmelzen zwei Gewerkschaften miteinander, die aus unterschiedlichen Dachverbänden kommen. Vielleicht wirkt dieses Beispiel ja ansteckend.»

Der Ehrenamtliche untermauerte auch die Forderung seiner Gewerkschaft nach einem Branchentarifvertrag für den gesamten Personen-Nahverkehr auf der Schiene. «Wir wollen die Kollegen im Regionalverkehr vor einem drohenden Verfall der Löhne und Sozialstandards schützen», sagte er.

Mit dem eingeschlagenen Weg der Schlichtung «sehen wir eine neue Chance auf Fortschritte», so Beckmann weiter. In einem zweigleisigen Schlichtungsverfahren soll möglichst noch bis Jahresende eine Lösung des Tarifkonfliktes gefunden werden.

Peter Struck wird zum einen zwischen den Gewerkschaften und den Privatbahnen und zum anderen zwischen den Gewerkschaften und der Deutschen Bahn schlichten. «Wir hätten uns gewünscht, dass ein gemeinsames Verhandlungsforum mit beiden Fraktionen der Arbeitgeberseite gebildet wird. Aber der gefundene Weg stellt auf jeden Fall einen Fortschritt dar.»

Beckmann gab in Buchloe noch einmal einen Einblick in diesen komplexen Tarifkonflikt. Bis zu viermal im Laufe eines Berufslebens müsse ein Lokführer oder Zugbegleiter damit rechnen, dass sein Arbeitsplatz neu ausgeschrieben wird. «Wir sind keine Gegner des Wettbewerbs», so Beckmann. «Wir sind aber gegen einen Wettbewerb, der nur auf den Knochen der Beschäftigten ausgetragen wird.» Dem zunehmenden Lohndumping auf der Schiene müsse ein Riegel vorgeschoben werden.

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