Allgäu
Für mehr Sicherheit an der Bushaltestelle

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In kleinen Ortsporträts will das Allgäuer Anzeigeblatt in den nächsten Monaten die älteren Leser zu Wort kommen lassen. Unter dem Titel «Senioren-Spaziergang» wird die Redaktion gemeinsam mit älteren Bürgern einen Ort oder Ortsteil genau unter die Lupe nehmen. Zum einen werden wir das Angebot und die Infrastruktur für Senioren hinterfragen. Zum anderen können sich unsere älteren Leser zu aktuellen Entwicklungen, Plänen oder Projekten in der Gemeinde äußern.

Immenstadt-Rauhenzell «Eigentlich», sagt Anni Zeller, «lebt es sich gut in Rauhenzell.» Der Immenstädter Stadtteil mit 620 Einwohnern ist seit mittlerweile 65 Jahren die Heimat der 95-Jährigen. Geboren und aufgewachsen ist die geistig wie körperlich erstaunlich fitte Seniorin in Münster in Westfalen. «Aber was ich wirklich vermisse, ist ein Gasthof im Ortskern», erklärt Zeller beim Spaziergang mit der Heimatzeitung durch ihren Ortsteil.

Seit das Gasthaus Hirsch vor rund fünf Jahren seine Türen geschlossen hat, gebe es keine Möglichkeit mehr, die eigene Küche nach dem Kirchgang am Sonntag mal eben kalt zu lassen und gemütlich einzukehren. Auch dem Fremdenverkehr würde eine Gaststätte doch nützen, glaubt sie. Das neu gebaute Vereinsheim sei zwar ideal für die ehrenamtlichen Gruppen.

«Aber wir Älteren werden dort nicht mehr heimisch und es ist ja auch keine Wirtschaft an sich», sagt Zeller. Dem pflichten ihre vier Bekannten bei, die sich dem Senioren-Spaziergang anschließen.

«Es ist doch traurig, wenn ein Dorf keine Wirtschaft hat», betont Rudolf Schubert. Der 74-Jährige wertet das als «ein Übel der heutigen Zeit», das vielerorts zu beobachten sei. Erich Riegger bereitet vor allen Dingen die gefährliche Situation an so mancher Bushaltestelle im Ort Bauchschmerzen:. «Wir sind ja sehr froh, dass der Stadtbus fährt, und hoffen, dass das noch lange so bleibt», erklärt Riegger die positive Seite.

Doch dass Wartende beispielsweise in der Buchwaldstraße auf dem schmalen Gehweg mitten in der Kurve kaum Platz hätten, um sicher auf den Bus zu warten, stört den 71-Jährigen: «Wenn das Busnetz aufrecht erhalten bleibt, dann brauchen wir auch entsprechende Sicherheitsmaßnahmen.»

Gemeindehaus verfällt

Als «äußerst kritischen Punkt» bezeichnet die 70-jährige Renate Schwarz die Ein- und Ausfahrt zum Wertstoffhof: «Da müsste sich die Stadt für Fußgänger und Radfahrer unbedingt eine andere Lösung einfallen lassen.» Bedauerlich finden die älteren Herrschaften auch, dass das ehemalige Gemeindehaus an der Hauptstraße seit fünf Jahren unbewohnt ist und immer mehr verfällt. «Das ist doch nicht schön, wenn alles vergammelt», meint Erich Riegger und zeigt auf den baufälligen Gartenzaun vor dem Eingang.

Ein Herzensanliegen ist den Kirchgängern unter den Senioren auch die Situation rund um den Friedhof. «Es wäre so schön, wenn wir uns nach der Messe oder nach getaner Arbeit an den Gräbern mal für ein Schwätzchen auf eine Bank setzen könnten», erklärt Anni Zeller und steigt die Stufen zur Pfarrkirche hinauf. Schließlich wisse sie selbst ganz genau, «wie schwer älteren Leuten manchmal das Stehen fällt.» Platz gäbe es, wie sie vor Ort zeigt, rund um St. Otmar genug. Entweder, schlägt Zeller vor, könnte eine Bank gleich hinter dem Eingangstor des Friedhofs platziert werden oder aber links neben dem Kircheneingang auf dem Fußweg zu den Gräbern. Stolz sind alle fünf über die prächtige Eiche am Friedhofsportal, die endlich wieder ohne einen hinderlichen Zaun drum herum, zu bewundern sei.

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