Tierisch
Für Hundedreck in Erzwingungshaft?

Oft hing es nicht lange: An einem halben Dutzend Stellen hat ein Lindenberger Bürger ein Plakat «Weg mit der Schweinerei» aufgehängt, um damit gegen Hundedreck auf Geh- und Wanderwegen zu protestieren. Er will das Plakat auch als Aufforderung an die Stadt verstanden wissen, etwas gegen uneinsichtige Hundehalter zu tun. Die Verwaltung ihrerseits geht das Problem nach eigenem Bekunden seit geraumer Zeit verstärkt an: Über eine größere Zahl an «Belloo-Stationen» an denen Hundebesitzer Hundetüten be- und entsorgen können, aber auch mit rechtlichen Schritten gegen Hundehalter, die sich nicht um den Kot ihrer Tiere kümmern wollen. Das kann bis zur Erzwingungshaft gehen, wie ein aktueller Fall zeigt.

In den vergangenen Jahren hatte es regelmäßig Beschwerden über Hundekot auf Geh- und Wanderwegen gegeben. Zwei Dutzend Tütenspender hat die Stadt deshalb an Geh- und Wanderwegen aufgestellt oder an anderen Stellen, wo viele Hunde Gassi geführt werden. Der Bedarf ist offenbar da. Die letzte Bestellung hochgerechnet, benötigt die Stadt mittlerweile 100000 Tüten im Jahr, berichtet Ordnungsamtsleiter Thomas Geiger. Auch wenn nicht alle gefüllt wieder in den Belloo-Stationen oder Mülleimern landen, hat sich die Lage nach seinen Beobachtungen gebessert. Auch die Zahl der Beschwerden habe abgenommen. Sie häufen sich aber, wenn der Schnee taut und nach Silvester. Dann verwechselt mancher Bürger schon mal die Reste eines Böllers mit einem Hundehaufen.

Gegen hartnäckige Hundehalter geht die Stadt mittlerweile juristisch vor. Entsprechende Grundlagen bieten das Straßenwege- und das Abfallgesetz. Zudem hat die Stadt für ihre Grünanlagen auch Satzungen erlassen, in denen vorgeschrieben ist, was dort getan werden darf und was nicht. Wer sich nicht daran hält, riskiert Ärger. Erst appellieren, dann Strafen, lässt sich das Vorgehen der Verwaltung umschrieben. Wer auffällt, wird angeschrieben und aufgefordert, künftig den Kot seines Hundes mitzunehmen, schildert Geiger. Fruchtet das nicht, verhängt die Stadt eine kostenpflichtige Verwarnung, wird die nicht beglichen setzt es ein Bußgeld. Dann werden zusätzliche Gebühren fällig.

In einem aktuellen Fall geht die Stadt noch einen Schritt weiter. Dort versucht die Stadt das Bußgeld mittlerweile per Zwangsvollstreckung einzutreiben, berichtet Thomas Geiger. Ist für den Gerichtsvollzieher nichts zu holen, steht dem Hundehalter eine Erzwingungshaft ins Haus. Er hatte den Hund laut Geiger in die Grünanlagen bei der Stadtpfarrkirche machen lassen und sowohl auf die Anordnung eines Verwarnungsgeldes (35 Euro) als auch den folgenden Bußgeldbescheid (zusätzlich 23,50 Euro Gebühren) nicht reagiert.

Hundetüten gibt es im 50-er-Pack auch an der Pforte des Rathauses.

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