Pädagogik
Führungswechsel an der Berufsschule Kaufbeuren

Die Kaufbeurer Berufsschule stellt sich mit ihren rund 2400 Schülern, 68 verbeamteten Pädagogen, 20 nebenberuflichen Lehrern sowie Referendaren als großer Baustein der Kaufbeurer Schullandschaft dar. Nun gibt es dort einen Führungswechsel, denn Meinrad Stöhr, bisheriger Leiter, ist an die Memminger Berufsschule gewechselt. Aus persönlichen Gründen, wie er betont. Dem Ottobeurer liegt die Memminger Einrichtung, die etwas kleiner als die Kaufbeurer Schule ist, schon allein geografisch näher. Neuer Schulleiter ist Hans Etzler, der bereits sechs Jahre als stellvertretender Leiter wirkte.

Großes Netzwerk

Der Wechsel habe sich sehr überraschend ergeben, so Stöhr. Deshalb sei vielleicht der Eindruck entstanden, er sei 'fast fluchtartig' verschwunden. Was natürlich nicht stimmt. In den vergangenen fünf Jahren habe sich ein großes Netzwerk mit zahlreichen Akteuren für ihn in Kaufbeuren gebildet, von dem er sich kaum verabschieden konnte – ebenso von vielen Lehrkräften. Das tue ihm leid, es sei aber nicht anders möglich gewesen, so Stöhr. Viele Aufgaben standen an der Wertach an, viele wurden gelöst. So etwa das 'Riesenthema JOA' (Jugendliche ohne Ausbildungsplatz). 'Wir konnten die Zahl von 200 auf rund 30 senken.'

Doch nach wie vor gebe es zahlreiche Aufgabenstellungen, mit denen sich nun Hans Etzler befassen muss. Seine Schule hat zwei Standorte: In der Josef-Fischer-Straße befinden sich die Bereiche Elektrotechnik, Maler und Lackierer, Schreiner, Metalltechnik und kaufmännische Berufe. In der Adolph-Kolping-Straße gibt es die Bereiche Ernährung (etwa Konditoren) und Körperpflege (zum Beispiel das Friseurhandwerk). Außerdem sind dort die Berufsfachschulen für Hauswirtschaft und für Kinderpflege angesiedelt. All diese Einrichtungen leitet Etzler nun.

Konkret muss sich der Studiendirektor nun um das neue Raumprogramm kümmern (wir berichteten), denn es gibt immer mehr Schüler. 'Außerdem werden uns vermehrt Berufe wegbrechen, vor allem im handwerklichen Bereich.

' Ein Beispiel seien die Bäcker. Gab es früher noch zahlreiche selbstständige Bäckereien in einer Stadt, so sind nun Netze aus Filialen entstanden, die zentral von außen durch Großbäckereien beliefert werden. 'Wir wollen das in Kaufbeuren durch die neuen Bereiche Werkzeugmechaniker und Kunststofftechniker ausgleichen', so Etzler. Die Kaufbeurer Einrichtung solle dann nicht nur als Standort für eine Berufsschule und Berufsfachschulen, sondern auch als Techniker- und Meisterschule fungieren.

Erweiterung für Hawe

Aktuelle Entwicklungen spiegeln sich ebenfalls in der Berufsschule weder – so die Ansiedlung des Hydraulikunternehmens Hawe, das in Kaufbeuren 500 Arbeitsplätze schaffen möchte (wir berichteten). 'Wenn Hawe kommt, müssen wir allein deswegen vier Züge für Industriemechaniker einrichten.'

Als Berufe mit guten Aussichten gelten laut Etzler Industriekaufleute, Fachkräfte für Lagerlogistik, Werkzeugmechaniker und Industriemechaniker. Aber auch Hauswirtschafter seien sehr gefragt, so die neue kommissarische stellvertretende Schulleiterin Ulrike Devries. Die Berufsfachschule für Hauswirtschaft werde aufgrund neuer Regelungen ab dem Schuljahr 2012/13 in Berufsfachschule für Ernährung und Versorgung umbenannt. Der Abschluss laute dann 'Assistent/in für Versorgung und Ernährung'.

Und auch Kinderpfleger hätten einen guten Arbeitsmarkt. Das liege an dem Kinderbetreuungsgesetz, das landesweit Kitaplätze garantiere und für die Personal gebraucht werde.

Nicht zuletzt möchte Etzler eine neue Kultur der Rückmeldung etablieren, vor allem zwischen Lehrern und Schülern. Also: Lehrer beurteilen Schüler, und Schüler geben Auskunft darüber, wie sie mit den Pädagogen zurechtkommen.

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