Lehrlingsfrisieren
Friseurinnung kämpft um Nachwuchs

Der Titel «Ostallgäuer Lehrlingsfrisieren» klingt nicht allzu spektakulär. Vielmehr steckt zusätzliche Arbeit, Fleiß und Ehrgeiz dahinter. Dass dies bei vielen Lehrlingen nicht mehr selbstverständlich ist, spiegeln seit einigen Jahren die Teilnehmerzahlen wider. So traten auch vergangenen Sonntag nur knapp 30 Auszubildende im Gablonzer Haus um die Krone der Jahrgangsbesten an, demonstrierten aber umso eindrucksvoller ihr erlerntes Können in den Sparten Damen- und Herrenfach sowie Kosmetik.

«Es ist leider sehr schwierig geworden, Teilnehmer zu finden. Wir sind heuer eigens noch mal an die Schulen gegangen, um für diesen Wettbewerb zu motivieren», erklärt die Ostallgäuer Innungsobermeisterin Sandra Gareiß. In dem zusätzlichen Einsatz, den die Lehrlinge für die Vorbereitung auf das Lehrlingsfrisieren leisten müssen, sieht sie einen Grund dafür. Die Motivation durch den Ausbildungsbetrieb spiele eine ebenso wichtige Rolle. «Deswegen sind wir von der Innung immer bemüht, hier unsere Unterstützung etwa durch Schulungsabende anzubieten. Denn es wäre sehr schade, wenn dieses Lehrlingsfrisieren sterben würde», betont Gareiß. Schließlich schweißt der Wettbewerb, das Mitfiebern und die gemeinsame Vorbereitung Chef und Mitarbeiter eng zusammen, so die Erfahrung der Innungsobermeisterin.

Zusätzlich appelliert sie an potenzielle Frisurenmodelle. Denn auch diese Freiwilligen zu finden, gestalte sich immer schwieriger.

Trat am Sonntag so nur eine kleinere Schar an Teilnehmern um die funkelnden Pokale an, war die erbrachte Leistung umso überzeugender. Als «ganz besonders stark» lobte Gareiß die angehenden Friseurinnen aus dem zweiten Lehrjahr. Sie setzten beeindruckend gut die Anforderungen um. Ob Damen- oder Herrenschnitt - alles orientierte sich an der aktuellen Herbst-/Wintermode 2010/2011. Und die machen in erster Linie extreme Bobs, kurze Ponys, metallische Farbakzente sowie Haar-Tollen und Koteletten bei den Herren aus.

In der Königsklasse, dem Color & Style-Wettbewerb standen Einfallsreichtum und Kreativität im Mittelpunkt. Hier spielt auch das Lehrjahr keine Rolle. Umso erstaunlicher, dass alle Modelle auf demselben hohen Niveau abendfein und glamourös mit kunstvollen Hochsteckfrisuren und aufwendigem Make-up herausgeputzt wurden.

Leidenschaft ist gefragt

Das Lehrlingsfrisieren ist in Gareiß Augen nicht nur eine Dokumentation dessen, was die Lehrlinge in den vergangenen Monaten an Wissen und Fingerfertigkeit erworben haben. Es ist für die Ausbildungsbetriebe zudem ein Spiegel für den weiteren Werdegang ihrer Schützlinge. «Wer in diesen Wettbewerben führt, behält dieses Niveau. Ich erlebe immer wieder, dass diese Lehrlinge später als Trainer und Führungskräfte arbeiten. Sie haben einfach die Leidenschaft für dieses Handwerk», resümiert Gareiß.

«Das Lehrlingsfrisieren bestärkt die Wichtigkeit dieses Handwerks», betonte Gerhard Bucher. Der Bürgermeister gesellte sich im Anschluss in die Reihen der Modelle und ließ sich von Sandra Gareiß einen neuen Schnitt machen.

www.friseurinnung-oal.de

 

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