Lindau
Frieren für ebay-Ware aus China

Dank Ebay und dem ständig zunehmendem Onlinehandel steigt die Zahl der Pakete, die aus Übersee direkt an Lindauer Empfänger gehen. Der Lindauer Zoll ist der großen Nachfrage jedoch vor allem räumlich nicht gewachsen. Die Situation soll aber zum 1. Februar besser werden.

Die Szenen, die sich jeweils dienstags und donnerstags von 11 bis 13 Uhr vor dem Zollamt Lindau in der Bregenzer Straße abspielen, sind haarsträubend. Da stehen bis zu zehn Menschen vor einer Art Laderampe und frieren, zum Teil länger als eine Stunde. Ungefähr alle zehn Minuten öffnet sich die Tür auf einer Art Laderampe und der nächste wird hereingerufen.

In der Vergangenheit war das eine ruhige Angelegenheit, denn die Zahl der Direktbestellungen aus dem Ausland war gering, sodass das Warenaufkommen in vier Wochenstunden von zwei Zollbeamten gut bewältigt wurde. Aber durch den Onlinehandel ist es deutlich mehr geworden. «Mindestens 30 Prozent», sagt Eugen Nowottny, der Leiter des Lindauer Zollamts, «hat das Geschäft zugenommen».

Dienst in der warmen Stube

Die zwei Beamten, die in der warmen Stube ihren Dienst tun (nachdem sie vorher den größten Teil ihrer Schicht im eigentlichen Zollamt in Hörbranz verrichtet haben) geben sich zwar erkennbar Mühe, ihre Arbeit zügig zu machen, aber es muss eben Vieles bedacht werden und das dauert seine Zeit.

Der Empfänger wird in der Regel gebeten, das Päckchen oder Paket zu öffnen und wenn er eine Rechnung vorweisen kann, die mit dem Ausgepackten übereinstimmt, wird der sogenannte Einfuhrabgabenbescheid erstellt. Dafür müssen die beiden erst in einer Liste suchen, um welche Warenkategorie es sich handelt, und dann die Gebühren errechnen. (Bei einem Warenwert unter 22 Euro ist es übrigens kostenlos)

Wenn es allerdings keine Rechnung gibt, wird es kompliziert, denn dann müssen die Beamten eine Wertermittlung vornehmen. Und noch schwieriger ist es, wenn es Waren sind, die möglicherweise gar nicht eingeführt werden dürfen.

Beim zuständigen Hauptzollamt in Augsburg ist man sich, wie Pressesprecher Bernd Wallner auf Anfrage der Heimatzeitung sagte, der Problematik bewusst. Daher sei bereits beschlossen, dass ab 1. Februar erstens die Räume erweitert werden. Es soll ein Raum dazukommen, so dass man wenigstens im Warmen warten kann. Zudem sollen die Öffnungszeiten deutlich erweitert werden. Angedacht seien drei Öffnungstage, so Nowottny vom Zollamt Lindau, und an einem dieser Tage auch gegen späteren Nachmittag, sodass man sein Päckchen künftig auch nach der Arbeit abholen kann.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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