Kaufbeuren
Freudensprünge beim ESVK

«Dieser Weg wird kein leichter sein. Dieser Weg wird steinig und schwer» - trefflich beschreiben die Worte von Sänger Xavier Naidoo die Gegenwart des ESV Kaufbeuren in der zweiten Bundesliga. Ein hartes Stück Arbeit war der erste Heimsieg nach sechs Pleiten in Folge. «Es war kein gutes Spiel für die Zuschauer», sagte Joker-Trainer Ken Latta über den 3:2-Sieg nach Verlängerung über Mitaufsteiger Hannover Indians. Der immer wieder festzustellende Effekt im Sport, dass Misserfolge einhergehen mit dem Verlust von Glück und Selbstbewusstsein, ist auch beim ESVK derzeit zu beobachten.

Die Partie gegen die Niedersachsen war ein Vorgeschmack darauf, wie beschwerlich der Weg aus der Krise zurück in die Erfolgsspur sein wird. «Wir wollten unbedingt gewinnen. Manchmal hemmt dieser Wille aber auch. Zudem haben wir derzeit einfach Angst, Fehler zu machen», sagte Daniel Oppolzer. Erst nach dem Treffer zum 1:1 durch den Youngster spielten die Hausherren befreiter auf. Bis dahin fanden die Joker kein Mittel gegen das taktische Konzept der Gäste. «Hannover hat uns das Leben sehr schwer gemacht», so Latta. Besonders auf die Kaufbeurer Paradereihe hatte Indians-Coach Joe West seine Truppe gut eingestellt: «Jeder weiß, dass man Rob McFeeters und Jordan Webb keinen Platz und keine Zeit lassen darf.»

Vor allem bei Fünf gegen Fünf fehlte den Kaufbeurern die Durchschlagskraft. «Die Jungs spielen derzeit auch ein bisschen gegen sich selbst», so Latta. Erst bei doppelter Überzahl gelang der erste Treffer, der einen Knoten zu lösen schien. «Danach habe ich die alte Mannschaft wieder gesehen», sagte der Kaufbeurer Trainer. Trotzdem mussten seine Schützlinge, die erneut in Überzahl durch Mike Wehrstedt in Führung gingen, noch einen herben Rückschlag hinnehmen. Indians-Verteidiger Nick Martens nutzte eine strittige Strafe gegen Verteidiger Florian Bindl zum späten Ausgleich. «So ist das nun mal, wenn es nicht so läuft. Du bekommst nichts geschenkt», sagte Oppolzer über dieses Frust-Erlebnis zwei Minuten vor Spielende.

Große Moral

Die Rot-Gelben bewiesen jedoch Moral und demonstrierten in der Verlängerung, dass sie die Negativserie unbedingt beenden wollten. «Unser Kampfgeist ist unglaublich», so Oppolzer. Symptomatisch auch der Siegtreffer durch Emil Ekblad, der durch Willen und nicht durch spielerische Finesse zustande kam. «Das war sehr wichtig für uns alle. Wir sind sehr erleichtert», so der schwedische Kapitän. Auch wenn nur zwei und nicht drei Punkte auf das ESVK-Konto gingen, war die Freude groß. «Wir hätten zwar gerne die volle Punktzahl gehabt, aber am Ende sind wir glücklich über den Sieg», so Oppolzer. Das sieht Latta genau so: «Es ist ganz wichtig für uns, dass wir die Niederlagenserie jetzt hinter uns haben. Das ist Medizin für unser Selbstbewusstsein.»

Dass dieser Sieg nur ein erster Schritt auf dem harten Weg zurück auf die Sonnenseite des Kufensports ist, weiß auch Ekblad: «Diesmal freuen wir uns, aber wir müssen so weitermachen und nachlegen.» Der Erfolg über die Indians dürfte aber für die kommenden Aufgaben wieder Optimismus zurück in die Latta-Truppe gebracht haben. Auch hier passend, hat Xavier Naidoo die passenden Worte parat: «Wir haben alles Gute vor uns, alles Schlechte geht vorbei.»

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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