Lindenberg
Frankreich ist der rote Faden in ihrem Leben

Sie lacht viel und erzählt mit lebendiger Gestik. Erzählt aus einem Leben, welches am Sonntag vor genau 70 Jahren in Lahr im Schwarzwald begonnen hat. Dort wurde Uta Hahn am 16. August 1939 geboren. Die Wahl-Lindenbergerin kam vor 40 Jahren gemeinsam mit ihrem Mann Bodo ins Westallgäu - wo sie seither lebt. Und wirkt. «Kinder» nennt sie die vielseitigen Projekte, die sie im Laufe ihres Lebens verwirklicht hat. «Kinder», weil ihr jedes davon spürbar am Herzen liegt. Sie war viele Jahre Vorsitzende des Kinderschutzbundes und des Partnerschaftsvereins Lindenberg.

Wie bei vielen Menschen ihres Jahrganges hat der Krieg ihr Leben beeinflusst. Zum Beispiel, weil ihre Heimatstadt von den Franzosen besetzt war und sie so seit frühster Kindheit die, in ihren Augen, «schönste Sprache der Welt» in den Ohren hatte. Ohne diese Sprache wäre vielleicht vieles anders gekommen in ihrem Leben.

Uta Hahn studierte Französisch in Heidelberg, um Übersetzerin und Dolmetscherin zu werden. «Da gab es für mich nie eine Alternative.» Ohne dieses Studium hätte sie ihren Mann Bodo Hahn vielleicht nie kennen und lieben gelernt - und wäre damit nicht ins Allgäu gekommen.

Eines ihrer «Kinder» ist der Kinderschutzbund, den sie vor gut 30 Jahren mitbegründet hat. «Die Idee ist aus einem Protest heraus entstanden», erklärt sie. Ein Fall von Kindesmisshandlung in Sonthofen sei für sie und eine Gruppe von Frauen das Signal gewesen, genauer hinzusehen und Kindern und Eltern in Not zur Seite zu stehen. «Wir haben zum Beispiel dafür gekämpft, dass eine misshandelte Mutter für vier Wochen in Kur gehen durfte», erinnert sie sich. Die Entwicklung des Vereins erfüllt sie mit Freude: «Ich bewundere die Leute, die dort arbeiten und was sie aus dem Kinderschutzbund gemacht haben.»

Frankreich ist der rote Faden, der sich durch das Leben der leidenschaftlichen Wanderin und Radlerin zieht. Auch bei ihren weiteren «Kindern» spielt das Nachbarland nicht selten eine Rolle. Sei es bei ihrer 36-jährigen Tätigkeit als Französisch-Dozentin an der Volkshochschule oder bei ihrem Einsatz für die Partnerschaft Lindenbergs mit der französischen Stadt Vallauris, die ohne ihr Zutun wohl kaum zustande gekommen wäre.

Als Schriftstellerin war es ihr größtes Projekt, ein abendfüllendes Theaterstück über die Französin Camille Claudel - der Bildhauerin und Geliebten Auguste Rodins - zu verfassen.

Viele «Kinder» hatte Uta Hahn in ihrem Leben. Die wichtigsten aber sind ihre drei eigenen. Mit denen und deren Familien wird sie am Sonntag ihren 70. Geburtstag zu Hause im engsten Kreise feiern.

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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