Fotoausstellung 500 Jahre Weidach: Bauernhöfe, Flugplatz und KZ-Lager

'Familie Epp bei der Heuernte' heißt ein Foto mit einem voll beladenen Heuwagen aus dem Jahr 1930, Teil der Ausstellung zum Jubiläum 500 Jahre Weidach. Neben rund 70 historischen Fotos, die (meist aus dem Duracher Gemeindearchiv), sind im Pfarrgemeindesaal Weidach auch Dutzende aktueller Ansichten des Ortes zu sehen.

Sie sind Teil eines Fotowettbewerbs, den der Pfarrgemeinderat Weidach ausgerufen hat. Prämierung der bei den Besuchern beliebtesten Fotos ist am Sonntag. 500 Jahre Weidach. In einem Zinsbrief aus dem Jahre 1511 findet der Ort erstmals seine urkundliche Erwähnung. Einen Weidacher Burgstall gab es angeblich sogar schon im 8. Jahrhundert.

'Aber wer will das heute noch genau wissen,' sagt Johann Leitner, der für die Zusammenstellung verantwortlich zeichnet. Fünf Weidacher Höfe, das ist allerdings belegt, mussten Anfang der 1930er Jahre für den Bau des Flugplatzes Durach abgerissen werden.

Die Nazis erachteten den Standort als günstig wegen der Nähe zur Ordensburg in Sonthofen, sagt Leitner. Flugplatz und Ordensburg wurden 1934 eröffnet.

Bis in die 40er Jahre, so erwähnte Bürgermeister Herbert Seger bei einem kleinen Festakt am Sonntag, 'erscheint Weidach sehr bescheiden'. Umso dominanter sei die nahe Spinnerei und Weberei Kottern gewesen und auch die KZ-Anlage an der Duracher Straße.

Seger: 'Obwohl wir als Gemeinde Durach nicht Akteure waren, sondern dieses Ereignis zu dulden hatten, haben wir diesen Teil unserer Geschichte ehrlich und ich denke auch in Würde und Respekt gegenüber den Opfern ausgearbeitet.' 1995 wurde ein Mahnmal errichtet.

Kirche seit 1969

Die Kirche wiederum entpuppt sich als Wahrzeichen von Weidach. Viele Wettbewerbsfotos zeigen den Turm des modernen Gotteshauses aus Beton: Hinter blühendem Kirschbaum, mit rotbraun gefärbtem herbstlichem Laub oder bei Bauarbeiten. 1960 spendeten Josef und Victoria Frey das Grundstück, 1969 wurde die Kirche mit Jugendzentrum und Kindergarten eröffnet.

Vom Turm aus eröffnet sich ein ungetrübter Blick auf Durach (auch auf einem Wettbewerbsfoto zu sehen). Wer heute von dort Richtung Durach schaut, der erkennt allerdings eine breite Schneise im Grün: Der Bau der Querspange geht voran. Für Seger ist der Bau 'ein Meilenstein in der Entwicklung von Weidach.' Der von vielen beklagte Durchgangsverkehr wird aus den Wohngebieten verbannt.

Die Ausstellung über Weidach ist bis Sonntag zu sehen: Mittwoch und Freitag 17 bis 20 Uhr, Donnerstag 19 bis 20 Uhr, Sonntag 10 bis 12 Uhr.

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