Tuberkulose-Studie
Forscher weisen TBC-Erreger nur bei drei Hirschen nach

Das Rotwild in der Region ist nicht massiv von der Krankheit Tuberkulose betroffen. Professor Mathias Büttner vom Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit konnte bei der Vorstellung der Ergebnisse des Rotwild-Monitorings Entwarnung geben. Nur bei drei von rund 300 untersuchten Wildtieren konnten Tuberkulose-Erreger nachgewiesen werden. Alle drei hätten zudem keine Auffälligkeiten gezeigt. Es sei ausgeschlossen, dass eines der infizierten Tiere den Erreger ausgeschieden habe. «Die drei von uns untersuchten Tiere waren also mit Sicherheit keine Infektionsquelle für das Rind», sagte Büttner bei einer Veranstaltung im Haus Oberallgäu in Sonthofen.

Über die Übertragungswege der Krankheit könne man noch keine Aussage treffen. Allerdings hätten Untersuchungen ergeben, dass die Erreger auch bei sehr hohen Salzkonzentrationen überleben. «Damit kommen Salzlecksteine auf der Alpe als Übertragungswege infrage», sagte Büttner.

In der Vergangenheit hatten immer wieder Fälle von Rindertuberkulose für Aufregung gesorgt. Im Jahr 2009 war auf einem Hof in Gunzesried ein TBC-Fall aufgetreten. Daraufhin waren die rund 30 Rinder des Hofes gekeult, der Verkauf bei der örtlichen Sennerei, an die der Betrieb Milch liefert, vorübergehend gestoppt worden (wir berichteten ausführlich). Davor war die Rindertuberkulose im Bezirk Reutte (Tirol) ausgebrochen. 75 landwirtschaftliche Betriebe waren daraufhin gesperrt worden. Damals war das Rotwild als Träger der Seuche ins Visier geraten.

Nach wie vor sei aber nicht erwiesen, ob Wildtiere im Alpenraum Rinder anstecken. Deswegen sollen jetzt in einer groß angelegten Studie im Rahmen eines EU-Projekts Wildtiere im gesamten Alpenraum untersucht werden, erklärte Büttner. «Wir hoffen, dass wir über diese Kooperation neue Erkenntnisse gewinnen.» In Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien soll untersucht werden, welche Wildtiere die Erreger tragen. Ziel ist es, Strategien zur TBC-Bekämpfung zu entwickeln.

Büttner dankte den Allgäuer Jägern für ihre Bereitschaft, beim regionalen Rotwild-Monitoring Proben abzuliefern und forderte sie auf, auch bei der neuen Untersuchung, die zwei Jahre dauern soll, mitzuarbeiten und Proben zu sammeln.

Der Vorsitzende der Hochwild-Hegegemeinschaft Sonthofen, Erich Erbgraf von Waldburg-Zeil, kündigte eine Initiative innerhalb der Jägerschaft an. Er forderte aber auch, wieder verstärkt die Rinderbestände in der Region auf die TBC-Erreger zu untersuchen. «Schließlich erbringt auch die Jägerschaft eine freiwillige Leistung, die mit nicht unerheblichem Mehraufwand und Kosten verbunden ist.» Deswegen dürften auch bei der Untersuchung der Rinder die anfallenden Kosten keine Ausrede sein. Landtagsabgeordneter Leopold Herz (Freie Wähler) bot an, einen entsprechenden Antrag im Landtag zu stellen.

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