Umwelt
Förster beobachten Eschentriebsterben - Auch das Ostallgäu ist davon betroffen

Die Esche ist eine der Laubbaumarten, die für die Durchmischung der Fichtenwälder wichtig sind. Doch seit zwei bis drei Jahren sieht es für die Esche düster aus: Sie wird von einem Pilz befallen, der die Triebe schwarz färbt und absterben lässt. «Das macht uns Sorgen», sagt Forstdirektor Gerhard Limmer vom Ostallgäuer Amt für Ernährung, Land- und Forstwirtschaft (AELF). Zum einen stehe der Erreger und damit dessen Bekämpfung noch nicht fest, zum anderen gebe es noch keine Idee, wie der Eschenbestand zu schützen ist.

Epidemische Baumkrankheiten gebe es immer wieder: Mitte der 1930er Jahre kam der Ulmensplintkäfer und damit ein Pilz über die Ulmen nach Deutschland, Ende der 1980er Jahre hatten Käfer und Pilz nach einer weiteren Welle dem Ulmenbestand fast den Garaus gemacht, so Limmer. Der Baum verschwand aus dem Blickfeld etwa im Jordanpark oder am Schönblick in Kaufbeuren. Noch jünger war der Fall der Schwarzerlen, die vor allem durch Pilzbefall bei Standorten mit Überschwemmungsgebieten arg dezimiert wurden, erzählt Limmer. Nun treffe es die Esche.

Nicht nur die Förster, auch die Mitarbeiter der Forstbetriebsgemeinschaft sind alarmiert.

Schließlich werde damit nicht nur die Flora und Fauna beeinträchtigt, sondern auch die Holzwirtschaft, da die Esche als schnell wachsende Baumart einen pekuniären Faktor habe.

Das Landwirtschaftsministerium hat inzwischen eine Studie in Auftrag gegeben. Erste Ergebnisse der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) ergaben kein einheitliches Bild: Möglicher Verursacher könne der Pilz «Chalara fraxinea» sein, «ein unscheinbarer weiß-gelber Becherpilz», meint Limmer. Der befalle die äußeren Triebe der jungen Eschen sowie den Kronenbereich der älteren und verstopfe so die Wasserleitbahnen der Bäume. Der Südosten Bayerns und das Allgäu seien betroffen.

Wie viele Bestände schon erkrankt sind, wissen die Mitarbeiter des AELF aber nicht, denn viele Wälder sind in privater Hand, die Wipfel der älteren Bäume nur schwer zu kontrollieren.

Auf den Einsatz chemischer Keulen soll laut AELF verzichtet werden, auch keine neuen Eschenbestände dürften gepflanzt werden - jedenfalls keine befallenen Setzlinge. Außerdem sollten der kranke Bestand und das Totholz aus dem Wald entsorgt werden. Klar scheint: «Das Eschentriebsterben greift noch weiter um sich», so Limmer.

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