Memmingen
Flughafen: Bald auch wirtschaftlich auf Kurs

Der Allgäu-Airport in Memmingen zieht nicht nur mehr Passagiere an als erwartet. Er hebt sich allen Befürchtungen der Gegner zum Trotz auch wirtschaftlich von vielen vergleichbaren Flughäfen ab: Die private Betreibergesellschaft erwartet nach früheren Millionenverlusten in Kürze zumindest beim operativen Geschäft eine «schwarze Null» - sofern die Airlines Memmingen weiter wie zuletzt anfliegen.

Der dritte bayerische Flughafen neben München und Nürnberg hatte in der Startphase 2007 noch fast 3,7 Millionen Euro Verlust gemacht. 2008 sollen es dem Vernehmen nach 3,1 Millionen gewesen sein. Die Geschäftsführer Ralf Schmid und Manfred Schilder wollten diese Zahl nicht bestätigen. Im Geschäftsergebnis sind alle Beträge wie Abschreibungen und Zinsen mit enthalten. Wenn man nur den Flugbetrieb und andere direkte Betriebsabrechnungen wie die Parkplatzbewirtschaftung betrachtet, sieht das Ergebnis erheblich besser aus, bestätigten sie. Schmid: «Und wenn sich an den Rahmenbedingungen nichts ändert, ist bald das letzte Argument der Gegner vom Tisch.» Diese behaupten immer wieder, der Allgäu-Airport lässt sich nicht wirtschaftlich betreiben.

Die Staatszuschüsse

Um den Flughafen beim Abheben zu unterstützen, hatte der Freistaat Anschubhilfen zugesagt. Nach Angaben von Schmid sind bisher sieben Millionen Euro als 50-Prozent-Zuschuss für Investitionen ausbezahlt. Ein Referent des Wirtschaftsministeriums nennt andere Zahlen: Der zunächst genehmigte Zuschuss in Höhe von 7,3 Millionen sei auf 6,4 Millionen reduziert worden, da «nicht alle Maßnahmen zuschussfähig waren», so Hans Peter Göttler. 5,5 Millionen seien ausbezahlt.

Lange hatte der Flughafen geklagt, dass eine angeblich zögerliche Auszahlung der Zuschüsse Hunderttausende Euro an Zwischenfinanzierung verschlinge. Dies sei kein Thema mehr, so Schmid jetzt.

Die Investitionen

Beim Betriebsstart hatte der Flughafen angekündigt, innerhalb von zehn Jahren einen zweistelligen Millionenbetrag zu investieren. Inzwischen hat er bereits 20 Millionen Euro ausgegeben. Unter anderem für 2500 Parkplätze, die derzeit weitgehend belegt sind.

«Wir investieren immer erst dann neu, wenn es vom Betrieb her nicht mehr anders geht», erläutert Schilder die vorsichtige Geschäftspolitik. 6,6 Millionen, wobei Ministerpräsident Seehofer erneut 3,3 Millionen in Aussicht stellte, stehen als nächstes an: Für die Erweiterung der Landebahn, für ein zweites Instrumentenlandesystem und für den Ausbau der Abfertigungshalle. Die Betreiber erhoffen sich bis 2010 eine Million Passagiere pro Jahr. Um diese abfertigen zu können, kommen eventuell im ersten Stock des Terminals weitere Flugsteige hinzu.

Sofern der Flughafen danach immer noch weiter investieren will, wird es dafür laut Wirtschaftsministerium kein Staatsgeld mehr geben - «wenn es nicht politisch anders entschieden wird», meint Göttler. Für Geschäftsführer Schilder kein Problem, «da wir nicht am Tropf hängen, sondern unsere Investitionen selbst verdienen wollen». Immerhin hätten inzwischen auch 67 Gesellschafter 13 Millionen Euro Eigenkapital eingezahlt. Kollege Schmid sieht das etwas anders: Man werde weiter versuchen, den Staat auch finanziell «mit ins Boot zu holen».

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