Flügelschlag-quartett
Flügelschlag-Quartett kombiniert Piano und Percussion

Sozusagen mit dem kleinen Finger hatte der fest installierte Monster-Flaschenzug die zwei Konzertflügelchen auf die Bühne des Iller-Kraftwerks gehoben. «15000 kg» Tragkraft verkündet stolz die gusseiserne M.A.N.-Plakette über dieser extra aufgebauten Konzertbühne des Oberstdorfer Musiksommers - gut sichtbar für jeden der rund 170 Besucher. Ein << Flügelschlag-Quartett >>, sprich << percussion und piano mal zwei >>, agierte auf dem meterhohen Podium voller Gerätschaften, gute zwei Stunden lang. Die deutsch-ungarische Formation, drei Männer und eine Frau, setzte hier auf packende Weise seriöse Musik in Szene, mit Flügeln und Schlag: Schostakowitsch, Prokofiew, Lutoslawski, Milhaud sind die bekannten Namen auf dem Konzertprogramm.

Sebastian Bartmann (geboren 1979), Pianist, Komponist, Rezitator und Moderator in einer Person, würzt die Darbietungen mit der fesselnden Eigenkomposition << NUBA >>, ein << Poem für zwei Klaviere, Vibrafon und Marimba >>. Seine Schwester Barbara (mit Bruder Sebastian als << duo imPuls >> konzertierend) sitzt am rechten der beiden stereophon gestellten Flügel. Der Ungar Gyula Racz beklöpfelt gewandt die hölzernen Klangplatten der Marimba, Hans-Peter Stenzl die metallenen des Vibrafons.

Vergnüglich: Peter und der Wolf

<< Kaum waren sie fort (Peter und sein Großvater), da kam aus dem Wald ein riesengroßer, grauer Wolf >>, mit Paukengrollen, Becken-Gewitter, Moll-Akkorden auf zwei Konzertflügeln: Die so beliebte wie geniale Musik-Erzählung von Sergej Prokofiew - vergnüglich angereichert mit Vogelgezwitscher, Quakenten-Blasrohr, Glockenspiel-Plätschern, Snaredrum-Schnarren, Gonggedröhn und Peitschen-Knall - bezaubert jeden Zuhörer. In << Sahay Manush >>, einem Perkussionsstück des Polen Marcin Blaszewicz (geb. 1953), verzahnen Racz und Stenzl Trommeln, Gongs und Marimbaklänge wie Yin und Yang-Symbolik ineinander.

Bei Darius Milhauds << Scaramouche >> treibt der Clown Scharlatan sein Unwesen, perkussiv wie schlicht-melodiös. Was der Kirchenhall in dieser Turbinenhalle besonders gut unterstützt. Die Zugabe: ein vierhändiger, phantasmagorischer << Feengarten >> von Maurice Ravel. Mit dem Flügelschlag-Quartett ein Traum.

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