Allgäu
Fleißige Helfer im Faulturm

Kaufbeuren Früher war die Biostabanlage in Kaufbeuren-Nord ein einsames Plätzchen, verborgen hinter hohen Bäumen und Zäunen. Mit der Ruhe ist es vorbei. Aus dem alten Gemäuer mit seinen beiden Faultürmen ist eine Baustelle geworden. Jeden Tag packen freiwillige Helfer mit an. Nach der Fusion der beiden Alpenvereinssektionen Kaufbeuren und Gablonz entsteht dort die neue Geschäftsstelle mit überdachten Klettermöglichkeiten (Boulderräume), Seminar- und Übungsräumen.

Die Sektion Kaufbeuren-Gablonz hat sich ein robustes Gebäude ausgesucht, in das sie voraussichtlich zum Jahreswechsel einziehen möchte. «Die Zweischaligkeit gibt eine gute Bausubstanz», sagt Vereinsvorsitzender Ralf Trinkwalder. Das heißt, die Wände der Faultürme sind bestens wärmeisoliert. Was früher die Temperaturen konstant gehalten und den Faulprozess für die Biostaberde unterstützt hat, wirkt sich künftig auf das Klima im Gebäude aus. Eine Sorge hat sich im Übrigen längst verflüchtigt: «Weder sind die Wände belastet, noch gibt es Gerüche», so Bauleiter Walter Kolb.

Energetisch soll das von Architektin Marion Kolb geplante neue Gebäude, das im Jahr 1958 als damalige Kläranlage gebaut wurde, künftig auf dem neusten Stand sein. Geheizt wird bald mit Solarkraft und Holzpellets. «Wir sehen uns auch als Umweltschutzverein», so Trinkwalder, «deshalb soll dieser Aspekt nicht zu kurz kommen».

Nördlich der Biostabanlage ist zwischenzeitlich das Fundament für die Freiluftkletteranlage errichtet worden, die unter Federführung der Tiroler Fachfirma «ArtRock» konzipiert wurde. Voraussichtlich von der zweiten Augustwoche an entsteht das Holzgerüst, das später mit beschichteten Holzplatten verkleidet wird. Daran schrauben dann speziell geschulte «Routersetzer» die Griffe. Auf der Rückseite der Biostabanlage, zwischen den beiden Türmen, baut «ArtRock» zudem eine sogenannte Speedkletterwand.

Beim mutmaßlich bald olympischen Schnellklettern messen sich im Wettkampf die Sportler an zwei parallel verlaufenden, weltweit genormten Routen. Dafür sucht die Sektion noch einen Sponsor.

Außerordentlich nennt Trinkwalder das Engagement der Helfer. Drei bis vier Ehrenamtliche seien jeden Tag auf der Baustelle, am Wochenende kämen bis zu 15 Helfer jeden Alters. Insgesamt seien wohl an die 120 Mitglieder aktiv, schätzt Kolb. Der Alpenverein hat bisher rund 1500 Helferstunden registriert, wobei die ehrenamtliche Arbeit des Bauleiters Walter Kolb noch nicht mit eingerechnet ist. Wer anpacken kann, ist jederzeit willkommen. Aktuell werden noch Helfer zum Verputzen der Wände gesucht.

www.alpenverein-kaufbeuren-gablonz.de

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