Lindau / Westallgäu
«Fit for Job» in Gefahr

Viele Bereiche haben sich im Landkreis bereits zusammengeschlossen, um Jugendlichen (insbesondere aus den Hauptschulen) beim Übergang ins Berufsleben zu helfen. Jetzt ist ein wichtiger Faktor in Gefahr: Eine Gesetzesänderung bedroht «Fit for Job».

Es gibt eine Fülle von Möglichkeiten, um Spätzünder auf den richtigen Weg zu bringen. Beispielsweise kann an der Lindenberger Volkshochschule der qualifizierte Hauptschulabschluss («Quali») nachgeholt werden. Damit die Verantwortlichen wissen, wer «unversorgt» ist, weil er oder sie weder Ausbildungs- noch Arbeitsplatz haben, erhält das Jugendamt mittlerweile von den Schulen die Namen der Schulabgänger übermittelt.

Hoffen auf Fördergeld

Vor zwei Jahren hatten gut 100 Jugendliche nach ihrem Schulabschluss (Haupt- und Realschulen) keine Perspektiven. 2008 sind es immerhin 90 und in diesem Sommer 83 Buben und Mädchen gewesen, die weder Lehrstelle noch Arbeit gefunden haben. Sie landen, soweit sich nicht noch ein weiterer Schulbesuch anbietet, zumeist in den sogenannten «JOA»-Klassen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz.

Das Netzwerk für diese jungen Leute möchten die Kreisräte noch enger stricken. Wobei aber eine wichtige Masche derzeit zu reißen droht: das vom Kreisjugendring getragene Projekt «Fit for Job», bei dem derzeit Anja Gutermann sich um fast jeden einzelnen Schulabgänger ohne Lehrstelle kümmert. Bisher haben Landkreis und Arbeitsagentur die jährlichen Kosten jeweils zur Hälfte bezahlt, in diesem Jahr rund 120000 Euro. Eine Gesetzesänderung hat jedoch der Agentur die Grundlage dafür entzogen, ab 2010 ihren Anteil zu übernehmen.

Das aber ist für den Kreis Lindau der falsche Weg. Darin waren sich Jugendamt und Kreisräte im Jugendausschuss einig.

Gerade die Erfolge von «Fit for Job» zeigten, dass die Betreuer (neben Gutermann auch der Sozialpädagoge Klaus Bilgeri) ganz persönlich und intensiv auf jeden Jugendlichen eingehen müssten, um den Weg ins Berufsleben, beispielsweise mit Bewerbungstraining und Praktika, ebnen zu können.

Jugendamtsleiter Patrick Zobel hofft auf Fördergeld aus einem bundesweiten Modelltprojekttopf: Das soll ab 2010 die 60000 Euro der Arbeitsagentur ersetzen. Den Antrag haben Jugendamt und Kreisjugendring bereits formuliert.

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