Umwelt
Fischtreppe am Kaufbeurer Bärensee fertiggestellt

Über 50 Jahre war am nördlichen Bärensee das Ende jeder Fischwanderung erreicht. Denn dort stoppte ein Kraftwerk mit Wehr den Bewegungsdrang der Fische. Das hat sich nun geändert: Die Vereinigten Wertach-Elektrizitätswerke (VWEW) bauten dort eine 300 Meter lange Fischaufstiegshilfe. 'Damit geben wir der Natur etwas zurück. Und natürlich den Fischen, deren Situation an der Wertach nicht leicht ist', so Kaufbeurens Oberbürgermeister Stefan Bosse, der durch sein Amt zugleich auch Gesellschafter der VWEW ist.

Der Energieversorger wolle die Wertach von Ebenhofen bis Frankenhofen durchlässig machen und habe nun die vorletzte Station fertiggestellt, erläuterte Geschäftsführer Frank Backowies.

Denn mit dem Bauwerk in Hirschzell sind inzwischen 19 Kilometer des Flusses für Fische passierbar. Nachdem Backowies und Bosse das Ventil am Bärensee öffneten, ist die Wertach nun durch weitere Fischtreppen an der Eisenbahnbrücke, im Norden Kaufbeurens sowie der kürzlich fertiggestellten in Schlingen durchgängig.

Am Kraftwerk in Frankenhofen ist ein weiteres Bauwerk in Planung.

Teurer als geplant

Die Fischtreppe in Hirschzell musste den Begebenheiten angepasst werden. Zwar wurde das Baufenster von April bis August eingehalten, doch die Ausgaben lagen schließlich bei etwa 650 000 Euro – und damit rund 150 000 Euro höher als zunächst vorgesehen.

Doch die grobe Vorplanung habe in diesem Fall der praktischen Umsetzung angepasst werden müssen, meint der Leiter der Zentrale Technik, Josef Greiter.

Denn der Wasserdurchlauf sei nun deutlich höher als geplant. Da die Fischtreppe nämlich auf der turbinenabgewandten Seite des Kraftwerkes gebaut wurde, sei am Auslauf zu wenig Strömung, erläuterte Backowies. Diese lockt aber die Fische an. Um das auszugleichen, fließen nun statt der geplanten 300 Kubikmeter Wasser etwa 500 Kubikmeter durch das Gerinne.

Sowohl am Einlauf des Bärensees als auch am Auslauf in die Wertach entstanden insgesamt 140 Meter lange sogenannte Vertical-Slot-Fischpässe (Schlitzpässe), die den Fischen zugleich Verwirbelungen als auch Ruhestellen bieten. Diese offenen Betonröhren seien notwendig, um größere Gefälle auszugleichen.

Dazwischen verläuft auf rund 164 Metern ein natürliches Gerinne, in dem Störsteine für Verwirbelungen und Lebensraum für Kleinstlebewesen sorgen sollen.

Doch nicht nur die Fische bekamen ein Stück Natur zurück.

Auch für die Bürger hat die Baumaßnahme einen Vorteil gebracht. Denn nun sei auf der westlichen Seite des Kraftwerkes ein kleines neu gestaltetes 'Naherholungsgebiet' entstanden, meinte Backowies.

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