Memmingen
Fischertag: Bürgermeisterin weist PETA-Vorwürfe zurück

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Die Tierrechtsorganisation PETA hat gegen die Stadt Memmingen Anzeige wegen des Fischertags erstattet.
In einem Schreiben weist PETA unter anderem darauf hin, dass zahllose Forellen aus reiner Bespaßung von alkoholisierten Tierquälern getötet würden. Die Stadt sieht dem Ganzen gelassen entgegen. Die zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh sagte in einem Interview von "hitradio. rt1", dass die Stadt das Fest vor zwei Jahren extra von der Staatsregierung hatte überprüfen lassen. Verschiedene Behörden hatten bei Kontrollen keine Beanstandungen.

Als besonders verwerflich bezeichnet Böckh Unterstellungen von PETA vor drei Monaten herzustellen.

Hier die Mitteilung von PETA im Wortlaut:

Fischertag in Memmingen: PETA stellt zahlreiche Tierschutzverstöße fest und erstattet Strafanzeige gegen Oberbürgermeister
Tierquälerei begünstigt Aggressionen gegen Menschen
Als Ermittler der Tierrechtsorganisation PETA Deutschland e.V. Ende Juli den diesjährigen Fischertag in Memmingeninspizierten, stellten sie zahlreiche Verstöße gegen das Tierschutzgesetz fest und erstatteten nunmehr bei der Staatsanwaltschaft Memmingen Strafanzeige gegen mehrere Beteiligte – dazu gehören unter anderem der Oberbürgermeister sowie die Verantwortlichen des Veterinäramtes.

Im Rahmen der tierquälerischen 'Tradition', bei der zahllose Forellen aus reiner Bespaßung von alkoholisierten Tierquälern getötet wurden, mussten die Fische aufgrund des großen Andrangs viel zu lange in Eimern ausharren, zum Teil ohne ausreichend Wasser.

Zudem wurden die Fische trotz anderslautender Vorgaben direkt in den Zelten ausgenommen – einige der Fische waren noch am Leben, als sie aufgeschnitten wurden. Und während bei dem verbotenen 'Angelzirkus' Forellen speziell für das Event in die Ach eingesetzt wurden, machten die Teilnehmer auch nicht vor dem illegalen Wettfischen Halt.

Mit Hinblick auf den primitiven Brauch in der Stadt weist die Organisation darauf hin, dass Tierquälerei auch Aggressionen gegen Menschen zur Folge haben kann.

'Bei Menschen, die das Töten von Tieren bejubeln, ist die Hemmschwelle, selbst zum Täter zu werden, geringer, als bei jenen, die Mitlebewesen mit Empathie begegnen', so Dr. Tanja Breining, Meeresbiologin bei PETA.

'Bei diesem 'Event' handelt es sich um eine Verrohung der Gesellschaft, die wiederum zur Gleichgültigkeit gegenüber Leid und Freude an der Quälerei führen kann, so wie der Amoklauf eines bewaffneten Schülers im Mai des vergangenen Jahres in Memmingen.'

PETA weist darauf hin, dass am Fischertag in Memmingen sowohl der 'Angelzirkus' als auch das Wettfischen illegal sind.

Denn Laut §17 Tierschutzgesetz können sich die Teilnehmer nicht länger auf einen Verbotsirrtum berufen, 'auch nicht, wenn eine behördliche Genehmigung ausgesprochen worden ist'. Außerdem gilt: 'Amtsträger, die Fischereiveranstaltungen genehmigen, obwohl damit erkennbar auch sportliche Zwecke verfolgt werden, können sich der Beihilfe durch positives Tun (oder durch Unterlassung bei Nicht-Einschreiten) schuldig machen.'

Die Organisation macht auch darauf aufmerksam, dass Aggression gegen Tiere ein erstes Anzeichen für eine gewalttätige Pathologie oder psychische Störung sein kann, die menschliche Opfer einschließt.

Aggressionsforscher Dr. Christoph Paulus von der Universität Saarland dazu: 'Geschätzte 80-90 Prozent aller extremen Gewalttäter haben vorher bereits Tiere gequält.'

Autor:

Allgäuer Zeitung aus Kempten

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