Kempten
Finger erzählen Geschichten

Die Instrumente in der ausverkauften Kemptener Kultbox ließen auf eine markerschütternde Lautstärke schließen: zahlreiche Kesselpauken, Basstrommeln, Blechfässer sowie einiges mehr von dem, was das Herz eines Schlagzeugers höher schlagen lässt. Und was normalerweise für einen nicht zu überhörenden Rhythmus sorgt. Doch die wahre Stärke des Auftritts von «Power Percussion» lag nicht bei jenen Klängen, die den menschlichen Körper mitschwingen lassen. Das Quintett überzeugte vor allem bei den leisen Tönen.

Zum Beispiel, wenn die Musiker ganz zart mit den Fingern schnippten oder ihren Körper als Schlagzeug gebrauchten und so ihre stillen, aber gut verständlichen Geschichten erzählten. In denen ging es unter anderem über die Hackordnung in einer Männergruppe.

Die verschiedenen Ideen der Show waren nicht alle ganz neu, sondern teilweise auch ganz offensichtlich den Auftritten anderer Künstler nachgeahmt - wie etwa die Wasser spritzende Plastiktonne, die schon bei der aus New York stammenden Blue Man Group zu sehen war. Doch nicht immer muss das Rad neu erfunden werden, um das Publikum zu begeistern. Denn einerseits beherrschten die Mitglieder der Power Percussion ihre Instrumente sehr gut. Und andererseits hatten sie sichtlich Spaß an ihrem Auftritt, was sich natürlich auch auf das Publikum übertrug.

Vor allem Stephan Wildfeuer - einer der Gründungsmitglieder des Quintetts - war die Freude an seinem Tun deutlich anzumerken. Ein wenig schade war allerdings, dass die Gruppe nicht mehr Mut hatte, die melodiösen Möglichkeiten der Percussions-Instrumente zu demonstrieren. Wie gut das eigentlich gehen würde, zeigten die Musiker beim Spiel mit einem «Schlagzeug» aus Wasserrohren. Das von dem Bochumer Gershon Kingsley stammende Keyboard-Stück «Popcorn» war klar zu erkennen und hätte durchaus länger sein dürfen als nur zwei Takte.

Dankbar für Melodien

Ähnlich war es bei «When the saints go marching in» oder «In München steht ein Hofbräuhaus». Es hätte sich gelohnt, nicht nur auf Rhythmus zu setzen. Denn wie dankbar das Publikum für ein klein wenig Melodie war, zeigte es mit lang anhaltendem Applaus für jene Stücke, bei denen das Vibraphon zum Einsatz kam.

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