Immenstadt / Kempten
Findelkind heißt Clemens Müller

Nun hat das Kind einen Namen. Das Baby, das am Sonntag vergangener Woche in Immenstadt ausgesetzt wurde (wir berichteten), ist jetzt vom Jugendamt getauft worden. «Sein Vorname ist Clemens. Das hat sich die Familie gewünscht, die wir als Pflegefamilie für den Kleinen ausgesucht haben», sagt Gerd Banse von der Abteilung Amtsvormundschaft des Jugendamts Kempten. Da ein Nachname ebenfalls nötig ist, damit der Verwaltungsapparat anlaufen und das Gericht einen Vormund bestimmen kann, hat das Jugendamt selbst einen bestimmt: «Um das Ganze möglichst neutral zu halten, haben wir uns für Müller entschieden. Nun heißt der Junge also Clemens Müller», so Banse.

Trotz der zahlreichen Hinweise, die bereits bei der Polizei eingegangen sind, konnten bisher weder die Mutter noch andere Familienangehörige ermittelt werden. Dies bestätigte gestern Polizeisprecher Christian Owsinski.

Laut Banse sei die künftige Familie problemlos gefunden worden. Diese möchte ihren Namen und Aufenthaltsort jedoch nicht bekannt geben. «Die Familie war uns bereits bekannt und hat einer vorübergehende Bereitschaftspflege sofort zugestimmt», sagt Banse. Die Eltern seien jedoch auch bereit für mehr und würden sich für den Fall, dass die leibliche Mutter nicht gefunden wird, auch für eine dauerhafte Adoption interessieren.

«Nach unserem heutigen Stand kommt Clemens noch diese Woche aus dem Krankenhaus und zur Pflegefamilie. Vorher müssen nur noch einige Formalitäten geklärt und die Eltern auf alles vorbereitet werden», sagte Banse gestern.

Sollte die leibliche Mutter nicht mehr auftauchen und die Polizei den Fall abschließen, stehe seiner Meinung nach einer anschließenden Adoptionspflege nichts mehr im Wege. Diese hat dann nach einer gewissen Zeit das Endziel Adoption. «Normalerweise würde es bis zur Adoption etwa ein Jahr dauern, in diesem Fall könnte es nach Abschluss der polizeilichen Untersuchungen jedoch schneller gehen», meint Banse. Dann hätte das Kind auch einen endgültigen Nachnamen.

Würde die Mutter doch noch auftauchen, bekäme sie das Kind auch nur eventuell zurück. Zunächst müsste laut Banse ein Gentest die Mutterschaft nachweisen und dann würde der soziale Hintergrund sehr gründlich geprüft werden müssen.

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