Feurige Tänze und launige Spitzen

Kaufbeuren | mab | Mit feurig-brasilianischem Flair wartete heuer der traditionsreiche Buronia-Ball der Kaufbeurer Faschingsgesellschaft Kunstreiter auf. Eigens aus Köln angereist kamen die vier rassigen Damen der Truppe 'Fiesta Brasil' (samt einem gelenkigen männlichen Begleiter) und brachten ein Stück 'Karneval in Rio' in den Stadtsaal. Zu vorgerückter Stunde gab es sogar nackten Busen zu sehen. Oberbürgermeister Stefan Bosse, zugleich Schirmherr der Veranstaltung, war jedoch aufgrund einer Erkältung viel zu schwach, um einzugreifen und die Zustände in seiner Stadt wieder in entsprechende Bahnen zu lenken. Die Sambatänzerinnen, die schon Auszeichnungen eingeheimst haben und 200 Auftritte pro Jahr in ganz Deutschland absolvieren, kamen aber auch mit züchtiger Bedeckung sehr gut an.

Abseits dessen verkniff sich Kunstreiter-Präsident Wolfgang Noack mit seinen Senatoren natürlich nicht seine bewährten Spitzen in Richtung Politik. So leitete er von den Lokführern, die ihre Arbeit niederlegen, zum Altstadt-Lampen-Streit über: 'In Kaufbeuren streikt man nicht. Wofür auch? Vielleicht gegen die neuen Lampen in der Altstadt? Komisch: Keinem haben sie gefallen, nur dem Stadtrat! Dem Volk nicht, aber gekauft hat man sie trotzdem.' Auch Bosses Schwierigkeiten, Bierfässer anzustechen, nahm Noack aufs Korn. Dem ebenfalls anwesenden Kaufbeurer Bundestagsabgeordneten Kurt Rossmanith unterstellte er launig ein ruhiges Arbeiten, weil die Chefin, Kanzlerin Merkel, nie da ist, sondern vor allem im Fernsehen zu sehen oder ständig unterwegs ist - egal ob beim Dalei Lama oder auf der Ranch von George W. Bush in Texas. Letzterem bescheinigte Noack denn auch gern einen gewissen Mangel an geistigen Fähigkeiten.

Oberbürgermeister Bosse nahm die Spitzen souverän hin. Er schätze den Pluralismus in der Stadt und forderte die Kunstreiter im Gegenzug auf, sich für die Stadtratswahlen im März mit einer eigenen Liste zu bewerben, damit diese als dann achte Fraktion mitdiskutieren können. 'Die Frist zur Bewerbung läuft erst am kommenden Freitag ab', so der OB.

Die Hauptbeschäftigung der zahlreichen elegant gekleideten Gäste war aber selbstredend das Tanzen, das an diesem Abend nicht zu kurz kam. Zwar brachte ein defektes Mischpult am frühen Abend eine kleine Zwangspause. Das tat der guten Stimmung des Buronia-Balls aber keinen Abbruch.

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Allgäuer Zeitung aus Kempten

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