Feuerwehrgesetz Verantwortliche im Unterallgäu sehen Neufassung kritisch

Unterallgäu/Ottobeuren | bum | Ist der Fortbestand kleiner Feuerwehren in Gefahr? Müssen Wehren zusammengelegt werden? Ein Gesetzentwurf wirft solche Fragen auf und sorgt für Gesprächsstoff bei den Wehrmännern in der Region.

Kleine wollen selbstständig bleiben

Im bayerischen Innenministerium ist derzeit ein Entwurf für ein neues Feuerwehrgesetz in Arbeit. Unter anderem wird dabei die Festschreibung einer Hilfsfrist von beispielsweise zehn Minuten und die Zusammenlegung von Feuerwehren diskutiert. Nach Aussage von Staatssekretär Georg Schmid sei aus Unterfranken der Wunsch gekommen, dass sich kleine Feuerwehren zusammenschließen oder Zweckverbände gründen könnten.

Im Unterallgäu gibt es derzeit 132 selbstständige Feuerwehren mit rund 6300 Feuerwehrleuten. 'Wir stehen der vorliegenden Neufassung skeptisch gegenüber', meinte deren 'Chef', Kreisbrandrat Franz Gaum. 'Durch Zusammenschlüsse werden wir aktive Kameraden verlieren. Man engagiert sich doch lieber vor Ort. Bei Katastrophen wie einem Hochwasser werden uns diese Leute dann fehlen.' Eine Hilfsfrist könne höchstens empfohlen, nicht aber festgeschrieben werden.

Eine Festschreibung sah auch Richard Heinz vom Amt für öffentliche Sicherheit und Ordnung im Rathaus Ottobeuren als 'überflüssig' an, weil die Feuerwehren schon jetzt so schnell wie möglich an den Einsatzort eilten. Diese Auffassung vertrete auch der Gemeindetag, so Heinz. Neben der Stützpunktfeuerwehr Ottobeuren mit rund 80 Mitgliedern haben Guggenberg und Ollarzried mit jeweils über 50 Aktiven eine freiwillige Feuerwehr sowie Haitzen und Betzisried. Eine Zusammenlegung hält Heinz für Ottobeuren in keinster Weise für aktuell.

Michael Dilger, Kommandant der Feuerwehr Betzisried mit 36 Aktiven und 44 passiven Mitgliedern, verwies auf den starken Rückhalt vor Ort in der Landwirtschaft. Die Mannschaftsstärke sei zwar knapp, aber es funktioniere noch. Geübt werde alle 14 Tage. In der Gruppe wisse jeder einzelne, was er zu tun habe. Was nütze zum Beispiel eine gute Ausbildung in einer zusammengewürfelten Gruppe, wenn das Zusammenschaffen nicht passe, fragt er sich.

'Wir pflegen die Zusammenarbeit, wollen aber weiter selbstständig bleiben,' machte Thomas Schneider von der Feuerwehr Haitzen deutlich. Der 31-jährige Kommandant hat unter seinen 45 Aktiven 20, die jünger als 30 Jahre sind. Zum Jahresbeginn seien vier Neue dazu gekommen. Die ländlichen Feuerwehren hätten Erfahrung bei landwirtschaftlichen Bränden und mit dem Vieh. Hinzu kämen gute Ortskenntnisse und das Wissen, wo sich etwa Löschweiher befinden.

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