Brandopfer
Feuer zerstörte Haus der Familie Heinz aus Gopprechts

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Wie es ist, buchstäblich vor dem Nichts zu stehen, alles zu verlieren, kann wohl nur derjenige nachempfinden, der schon einmal so eine Situation durchlebt hat. «Man ist geschockt, am Boden zerstört,» sagt Bäuerin Andrea Heinz. Seit dem Abend des zweiten Weihnachtsfeiertags haben die 50-Jährige, ihr Mann Karl, die drei Kinder und die mit im Hof wohnende Oma kein Haus mehr. Das ist abgebrannt, samt der Möbel, Kleider, Elektrogeräte

Das Feuer verschlang alles. Kein Erbarmen. Mehr als pures Mitgefühl zeigten in den Tagen und Wochen danach Nachbarn, Freunde und Bekannte. Sie packten tatkräftig mit an, räumten Trümmer der Brandruine neben dem Milchviehstall auf, spendeten Kleidung und Schuhe, sammelten Geld, kochten für die Familie. «Das war gigantisch, das hätte ich nie für möglich gehalten,» ist Karl Heinz (46) gerührt von der riesigen Unterstützung.

Der Brand war damals laut Polizei wegen eines «nicht vorschriftsmäßig angebrachten Ofenrohrs» ausgebrochen. Doch daran habe die Familie nichts manipuliert, beteuert der Familienvater, der 27 Jahre in dem Gebäude wohnte. Mit der Versicherung habe sich die Familie nun auch einigen können, ist Karl Heinz erleichtert.

Die zugesicherte «fünfstellige Summe» soll als Grundstock fürs neue Haus am alten Platz dienen. Am Mittwoch wurde der Bauplan, bei der Gemeinde Waltenhofen eingereicht und genehmigt. Der Landwirt hofft, im April mit dem Bau loslegen und mit der Familie noch dieses Jahr einziehen zu können.

Bei Freunden untergekommen

Derzeit wohnt die fünfköpfige Familie bei Freunden in einem Bauernhof am Ortsrand von Gopprechts. «Wir können so lange bleiben, bis wir wieder ein eigenes Haus haben,» ist das Ehepaar Heinz erleichtert über das Entgegenkommen von Gisela und Michael Sutter. Drei Zimmer und eine Stube stehen der fünfköpfigen Familie, zu der auch Tochter Anita (18) und die Söhne Martin (17) und Markus (21) gehören, zur Verfügung. «Wir essen auch täglich zusammen, das ist ganz toll.» Mit am Hof lebte auch die Oma, die aber derzeit bei ihrer Tochter wohnt und wieder mit ins neue Haus einziehen wird.

Nie habe sich die Familie in den harten vergangenen acht Wochen alleine gefühlt. Immer sei eine helfende Hand oder seelischer Trost zu spüren gewesen. «So was gibts in der Stadt nicht, sondern nur im Dorf,» sind sich Markus, seine Geschwister und die Eltern sicher.

«Aber meine Männer sind ja auch so, sie helfen, wo man helfen kann,» sinniert Andrea Heinz und spielt auf das Engagement bei der Feuerwehr Niedersonthofen an. «Vielleicht kommt die Hilfe, die man gibt, auch irgendwann wieder zurück.»

 

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