Lindau
Feuer unter dem Dach der Wehr

Es brennt unter dem Dach der Lindauer Feuerwehr. Offen wird um die Zukunft der Inselwache und den Standort für die zweite Drehleiter gestritten. Nach den Plänen der Stadt und von Feuerwehrkommandant Robert Kainz soll die Wache auf der Insel deutlich verkleinert werden, wenn die neue Inselhalle und die neue Hauptwache auf dem Festland kommt. Dagegen wehren sich Inselfeuerwehrler. 21 von ihnen haben eine Interessensgemeinschaft (IG) gegründet und sich in einem Flugblatt an die Öffentlichkeit gewandt.

Mit dem Neubau der Hauptwache wird die Station auf der Insel an Bedeutung verlieren. Dabei spielt auch der geplante Ausbau der Inselhalle eine Rolle. Wo heute die Feuerwehr ist, soll ein zweites Foyer errichtet werden. Eine Arbeitsgruppe hat ein Raumkonzept für eine neue Inselwache mit drei Stellplätzen nach Wunsch erstellt: Kosten: 780000 Euro. Zeitgleich erstellte das Hochbauamt der Stadt ebenfalls einen Voranschlag für eine kleinere Inselwache mit drei Stellplätzen, gebaut nach den einschlägigen DIN-Normen - und kam auf über 650000 Euro. Oberbürgermeisterin Petra Seidl verwies daraufhin in einem internen Schreiben darauf, dass auch dies viel zu teuer sei und man die «notwendige Einheit auf ein funktionsfähiges aber flächenmäßig unumgängliches Maß» reduzieren solle.

Daraufhin ging Kommandant Kainz noch einmal über die Pläne und kam mit Experten und der Regierung von Schwaben auf eine Lösung, nach der auf der Insel nur noch zwei Stellplätze für Fahrzeuge verbleiben, die organisatorisch nicht mehr als Feuerwache, sondern als «Gerätehaus» firmiert. Das führte bei den 38 Inselfeuerwehlern zu Unmut und zur Gründung der IG. Der Streit entflammt sich vor allem um die Drehleiter. Nach allen früheren Konzepten wäre auf der Insel eine Drehleiter geblieben. Nach dem neuen Konzept wird sie im Heuriedweg stehen. Die Interessengemeinschaft führt an, dass die zweite Lindauer Drehleiter eigens für die Insel angeschafft wurde. Dass es viele Hotels ohne zweiten Rettungsweg nur deshalb geben dürfe, weil eine Drehleiter in der Nähe sei. Dass bei den Häusern mit überstehenden Giebeln auf der Insel eine Drehleiter unabdingbar sei.

Und dass es viel zu lange dauern würde, wenn sie im Brandfall vom Heuriedweg herkommen müsste. Zudem haben sie ein Konzept vorgelegt, wie eine Wache mit vier Stellplätzen aussehen könnte und wie man das Geld dafür erwirtschaften könne, wenn man die neue Hauptwache etwas kleiner mache.

Auf der anderen Seite argumentiert Kommandant Kainz (der sich auf Kreisbrandrat Friedhold Schneider und die Regierung von Schwaben beruft), dass die Alarmzeit von zehn Minuten auch vom Heuriedweg aus einzuhalten sei. Dies hätten Probefahrten ergeben. Tagsüber sei die Heuriedwache gegebenenfalls sogar schneller vor Ort, da viele Männer in unmittelbarer Nähe ihren Arbeitsplatz hätten.

Die Leiter der übrigen Lindauer Wachen distanzieren sich von der IG. Die vertrete nicht mal 15 Prozent der Lindauer Feuerwehrler, schreiben sie in einem offenen Brief an Oberbürgermeisterin Petra Seidl. Dabei stützen die Leiter der Lindauer Wachen West, Nord und Ost Kommandant Robert Kainz ausdrücklich.

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