BadHindelang
Fetziges Fest ohne Zwischenfälle

Der Boden verschmutzt mit Zigarettenkippen, Bierflaschen und Scherben im Straßengraben und betrunkene Jugendliche, die grölend über den Parkplatz torkeln: Solche Bilder kommen einem schnell in den Sinn, wenn man an Festivals wie «Rock am Park» oder «Rock am Ring» denkt. Nun hat es schon zum zweiten Mal eine Veranstaltung mit ähnlichem Namen in unserer Region gegeben: «Rock am Horn» in Bad Hindelang. Die Ähnlichkeit im Namen ist aber schon die einzige Gemeinsamkeit, denn oben beschriebene Bilder waren am Wochenende im Ostrachtal nicht zu sehen.

Schon die Ankunft auf dem Parkplatz zeigt, dass sich die Organisatoren, der Hindelanger Stammtisch «D Ukomode» (die Unbequemen), mächtig ins Zeug gelegt haben. Hier stehen die Autos der Besucher ordentlich in Reih und Glied. Die einzigen Flaschen, die zu sehen sind, enthalten keinen Alkohol und gehören den Feuerwehrleuten, die die Fahrzeuge einweisen und gleichzeitig ein Auge auf die Ankommenden haben, um dem berüchtigten «Vorglühen» schon im Voraus einen Riegel vorzuschieben. Doch das ist nur eine von vielen Sicherheitsmaßnahmen, die an diesem Abend zum Einsatz kommen.

Das gesamte Gelände ist mit Bauzäunen umgeben und der Einlass wird streng kontrolliert. «Wir haben extra zwei Eingänge: Einen für die Volljährigen, den anderen für die Unter-18-Jährigen. Jeder muss seinen Ausweis zeigen und bekommt ein farbiges Armband, das anzeigt, wer minderjährig ist und wer nicht», erklärt Kilian Benninghoff von den «Ukomode». Außerdem müssen die Minderjährigen hier ihren Ausweis abgeben. Die Ausweise, die nach Mitternacht noch da sind, sollen bei der Polizei abgegeben werden.

Die verschiedenfarbigen Bänder helfen auch auch dem Barpersonal: «Kein Alkohol an Jugendliche» lautet hier die Devise. Die Probe aufs Exempel zeigt, dass es klappt. Zwei Versuche bei verschiedenen Barkeepern haben das gleiche Ergebnis: Kein Schnaps für unsere minderjährige Testperson. Ein Blick auf das blaue Armband genügt, das klare Kopfschütteln hinter der Theke folgt auf dem Fuße.

War das fetzige Fest schon im vergangenen Jahr ein großer Erfolg ohne Störungen, so setzten die Veranstalter dieses Jahr in Punkto Sicherheit noch einen drauf. «Wir haben zwei hauptberufliche Securities engagiert und auch die anderen Aufpasser sind ausnahmslos erfahrene Leute», sagt Benninghoff. Der 20-Jährige mache sich aber dennoch Sorgen, dass etwas passieren könnte. «Man kann nie ganz ausschließen, dass einer über die Stränge schlägt. Aber wir sind auf alles vorbereitet.»

Lob von der Polizei: «Die haben das im Griff»

Tatsächlich ist alles glattgegangen. Die Stimmung unter den Gästen war toll, und bei der Polizei sind keine Beschwerden eingegangen. «Die Veranstalter haben das im Griff und sind durchaus in der Lage, kleine Querelen selber zu regeln», sagt Thomas Schenker von der Dienststelle Sonthofen.

Gute Aussichten also, dass es nächstes Jahr wieder ein «Rock am Horn» geben könnte. Ihrem Namen machen die Veranstalter allerdings keine Ehre. Denn weder der Gemeinde, noch der Polizei sind sie mit ihrem Fest «unkommod» geworden.

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